November 2006
ALZHEIMER  Gesellschaft  Bonn e.V.
Alzheimer Gesellschaft Bonn e.V.
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Alzheimer und Diagnose III
 

Alzheimer-Diagnostik

Ersten Anzeichen für das Vorliegen einer Demenz sind in der Regel „Einbrüche“ bei der örtlichen und zeitlichen Orientierung, Konzentrationsstörungen, bei der Alltagskompetenz und bei dem Kurzzeitgedächtnis. Aber Vorsicht: es muß nicht gleich Alzheimer sein, wenn man etwas vergisst !!

Zu einer verlässlichen ( max. Sicherheit: ca. 90-92%) Diagnose einer Demenz-Erkrankung gehören u.a. als sog. Eingangsdiagnostik, die aber nur Anhaltspunkte für Störungen der Gehirnleistungsfähigkeit liefert und liefern kann:

> neuropsychologische Tests wie der Syndrom-Kurz-Test

> und der weltweit angewandte Mini-Mental-Status-Test (MMS); er prüft Orientierung, Aufmerksamkeit, Erinnerungs- und Sprachfähigkeit, gibt dem Mediziner aber keine verlässliche Auskunft über die Art der Demenz und darüber, ob überhaupt eine D. vorliegt.

> bekannt ist auch der Uhrentest , bei dem die Patienten die fehlenden Ziffern einer Uhr nachzeichnen müssen. Außerdem sollte durch Tests das Ausmaß einer eventuell vorliegenden Depression beurteilt werden. So können Gedächtnisstörungen, bedingt durch z.B. bei (Alters-) Depression, von der Frühform einer Demenz unterschieden werden"; auch großer Stress kann Symptome wie bei Alzheimer hervorrufen.

All die ersten Ergebnisse aus solchen Gehirnleistungsstörungen müssen dann aber zu Sicherung einer einigermaßen verlässlichen Diagnose ergänzt werden durch bildgebende Verfahren ( Kernspintomografie , Computertomografie , Lumbalpunktion (Untersuchung der Flüssigkeit in der Lenden-Wirbelsäule auf Eiweißspuren).

Verhindert werden muß auf jeden Fall eine sog. „Ausschlussdiagnose“; d.h. es müssen im Rahmen des medizinisch Möglichen andere somatische und auch psychische Ursachen ausgeschlossen werden, bevor ein Arzt eine Diagnose trifft.

Damit rechtzeitig eine Demenz-Erkrankung oder deren baldiges Ausbrechen erkannt werden können, muß die Frühdiagnostik wissenschaftlich ausgebaut, verbessert, und vor allem im Rahmen der Forschungsförderung vom Staat unterstützt werden. Nur dann können verlaufsverzögernde Wirkstoffe frühzeitig eingesetzt werden, und können sich die Betroffenen und ihre Angehörigen auf ihren schweren Weg vorbereiten.

M.S. 22.11.06