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Else
Zopak,
Landschaftsgärtnerin aus Münster, hat als
eine der Ersten einen Garten konzipiert, der Alzheimer-Erkrankte
aus dieser Gefangenschaft löst. Am Alexianer
Krankenhaus in Münster gibt ihnen der
Garten ein Stück Autonomie zurück.
Die
Erfahrungen mit den Grünanlagen geben Anregungen
für andere Anlagen und bedarfsgerechte Gärten
an Krankenhäusern und Pflegeheimen, aber auch für
den privaten Bereich.
Geschwungene
Wege
Selbstbestimmt
und ohne Begleitung können Demenz-Kranke in
Münster das Haus verlassen, einfach "fortgehen".
Die Tür ins Freie öffnet sich in einen fast
1.000 qm großen Garten, der sich durch die
Art seiner Bepflanzung nicht auf einem Blick erfassen
lässt. Das Wegesystem, das durch die Anlage führt,
ist gegliedert und lässt mehrere "Gehvarianten"
zu. Aber: alle Wege führen in sanften Bögen
wieder zum Ausgangsort zurück; damit kein Pflasterstein
den Fuß hindert und der Weg nicht vom Umfeld
unterschieden werden kann, ist das Wegematerial
einheitlich gehalten und hebt sich klar von dem umgebenden
Grün ab.
Dadurch
ist die örtliche Orientierung für die Kranken
einfach. Sorgsam vermieden wurden tote Winkel, Sackgassen
und Engstellen, so daß keine "erzwungene"
und Angst machende Umkehr nötig ist. Sie würden
den Kranken bloß irritieren und zum hilflosen
Stehenbleiben veranlassen. Stattdessen öffnen sich
hin und wieder Nischen, zum Teil mit Sitzgelegenheiten,
in denen sich die Kranken auch einmal ungestört
und unbeobachtet fühlen können.
Die
Natur hilft bei der Orientierung
Grün
verdeckt Außengrenzen; die erforderliche Feuerwehrzufahrt
ist kaum zu erkennen; denn Türe und Tore üben
eine magische Anziehungskraft auf die Kranken bei
ihren unermüdlichen Versuchen, "hinaus kommen"
und frei sein zu wollen, aus.
Stattdessen durchwandern sie unbegrenzten Grünraum;
die Pflanzen an ihrem Weg spiegeln mit ihren Blüten,
Blattfarben und Düften den Wechsel der Jahreszeit
wider und machen zeitliche Orientierung möglich,
auch über die vielen Arten, die den meisten
Menschen von Kindheit an vertraut sind. Durch den Anblick
von Krokus, Narzissen, Flieder, Kirschen, Kornblumen,
Mohn, Kastanien und Äpfeln gelingt es sogar, Erinnerungen
wach zu rufen. Duftpflanzen und Kräuter spielen
dabei eine wichtige Rolle. Brunnen und Wasserläufe
ziehen die Aufmerksamkeit der Menschen auf sich und
beruhigen.
Vertraut
und im natürlichen Lebensrhythmus immer wieder
neu und anders umgibt der Garten; er beruhigt, regt
an und bietet eine natürliche Normalität,
in der der Klinik- oder Heimalltag zurücktritt.
Frei
zwischen Pflanzen
Der
grüne Freiraum in Münster wurde als "Sinnespark"
speziell auf die Bedürfnisse der Kranken zugeschnitten,
damit ihre große Unruhe und der Bewegungsdrang
mit Hilfe der Natur und deren Erleben beeinflusst wird.
Demenz-Kranke
können, dürfen und sollen dadurch spontan
und gfls. ohne Begleitung ins Freie, damit diejengen,
denen die Folgen der Krankheit so viel Freiheit nehmen,
auch auf diesem Weg ein wenig Freiheit zurück gewinnen
können..
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