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AkdÄ Newsletter 2005-078
Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft
informiert:
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GALANTAMIN
BEI LEICHTEN KOGNITIVEN STÖRUNGEN: ERHÖHTE
STERBLICHKEIT?
Galantamin
(Reminyl®) ist ein Acetylcholinesterasehemmer, dessen
Wirksamkeit bei der symptomatischen Behandlung leichter
bis mittelgradiger Demenz vom Alzheimer-Typ durch mehrere
Studien belegt ist (1-3). Das Präparat wird in
den Vereinigten Staaten von Ortho-McNeil Neurologics
vertrieben (in Deutschland von Janssen-Cilag)
und hat eine Zulassung für diese Indikation. Nun
weist das FDA auf einen "Dear Healthcare Professional-Letter"
von Ortho-McNeil Neurologics hin, der die Anwendung
von Galantamin bei Personen mit einer leichten kognitiven
Störung (mild cognitive impairment, MCI) betrifft
(http://www.fda.gov/medwatch/SAFETY/2005/reminylDDLmarch.pdf).
Ergebnisse
von zwei randomisierten, Placebo-kontrollierten Studien
zeigten bei diesen Patienten unter Galantamin eine erhöhte
Sterblichkeitsrate. Die Todesfälle waren bedingt
durch unterschiedliche, in einer älteren Population
nicht ungewöhnliche Ursachen. Ungefähr die
Hälfte der Todesfälle unter Reminyl® scheinen
durch kardiovaskuläre Krankheiten verursacht worden
zu sein (z. B. Myokardinfarkt, Apoplex).
Die
hier berichtete Sterblichkeitsrate unterscheidet sich
deutlich von der in anderen Studien mit Reminyl®.
Bei Placebo-behandelten Patienten mit leichten kognitiven
Störungen war sie wesentlich niedriger als in Studien
zum Einsatz von Reminyl® bei
Alzheimer- oder anderen Demenzen (0.7 pro 1000 Personenjahre
bzw. 22-61 pro 1000 Personenjahre). Bei Patienten mit
Alzheimer- oder anderer Demenz zeigten aus mehreren
Studien zusammengefasste Daten (n=6000) dagegen eine
erhöhte Sterblichkeitsrate in der Placebogruppe.
Die Daten zum Einsatz von Reminyl® bei leichter
kognitiver Störung sind noch nicht detailliert
publiziert worden, eine Zusammenfassung findet sich
z. B. unter www.clinicalstudyresults.org. Im BMJ war
zur Problematik berichtet worden (4).
Die
AkdÄ hat im Dezember 2004 eine neue Auflage der
evidenzbasierten Therapieempfehlungen zur Demenz herausgegeben.
Dort wird darauf hingewiesen, dass bei leichten kognitiven
Störungen derzeit noch eine diagnostische und prognostische
Unsicherheit besteht und sie nach der derzeitigen Studienlage
keine Indikation für Antidementiva darstellen.
1.
Tariot PN, Solomon PR, Morris JC et al.: A 5-month,
randomized, placebo-controlled trial of galantamine
in AD. The Galantamine USA-10 Study Group.
Neurology 2000; 54: 2269-2276.
2. Wilcock GK, Lilienfeld S, Gaens E: Efficacy and safety
of galantamine in patients with mild to moderate Alzheimer's
disease: multicentre randomised controlled trial.
Galantamine International-1 Study Group. BMJ 2000; 321:
1445-1449.
3. Raskind MA, Peskind ER, Wessel T, Yuan W: Galantamine
in AD: A 6-month randomized, placebo-controlled trial
with a 6-month extension. The Galantamine USA-1 Study
Group. Neurology 2000; 54: 2261-2268.
4. Mayor S: Regulatory authorities review use of galantamine
in mild cognitive impairment. BMJ 2005; 330: 276.
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Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft
Geschäftsführer Prof. Dr. med. H. Berthold
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