| Rheinland
Pfalz : |
Die Landesregierung fördert die Information und Schulung von Angehörigen,
damit sie erfahren und lernen können, wie sie mit Demenz-Erkrankten in ihrer
Familie , in und mit ihrem Umfeld besser umgehen können. Rheinland-Pfalz
macht damit einen Schritt, den die Bundesstadt Bonn bereits zuvor vollzogen
hat. Dort wird bereits seit Längerem, zusammen mit der Bürgerstiftung
Bonn, das Programm: "Hilfe beim Helfen" der Alzheimer Gesellschaft Bonn,
gefördert und unterstützt. Hilfe "vor Ort" muß bundesweit
Schule machen. ms. 20.07.2005 | |
Archiv
bis Februar 2006 ALZHEIMER Gesellschaft Bonn
e.V.  
| Demenz-Erkrankungen
- der hohe Preis des Alters? - 18.03.2005 |
|
Wir alle lesen, sehen und hören in den Medien viel über Demenzerkrankungen,
insbesondere über Alzheimer: Erschreckendes, Tragisches und Dramatisches.
| Neuer
Ratgeber zum Umgang mit den Erkrankten: | "Demenzkranke
Menschen pflegen- Grundlagen und praktische Methoden" -von Dr. phil.
Sven Lind, Diplom-Psychologe. Herausgegeben von Michael Georg Streicher (Ein
Ratgeber zum Umgang mit den Erkrankten aus der Reihe "Alzheimer und Hilfen")
[weitere] |
Alzheimer ist,
wie alle Erkrankungen des zentralen Nervensystems, eine bisher nicht heilbare
hirnorganische Erkrankung, die viel Leid und Belastung, vor allem für die
unmittelbar Betroffenen und die sie pflegenden und betreuenden Angehörigen
mit sich bringt. Besonders ältere und alte Menschen sind von ihr betroffen.
Der letzte "Bericht zur Lage der älteren und alten Menschen in der Bundesrepublik
Deutschland" trägt nicht ohne Grund den Untertitel "Unter besonderer
Berücksichtigung der wachsenden Zahl Demenzerkrankter". Dieser
Bericht weist die Zahl von ca. 1,6 Millionen Erkrankter, unter Einbeziehung von
Fällen in Frühstadien, aus; diese Zahl ist leider längst überholt.
Geht man von der realistischen Annahme aus, wonach ca. 70-80 % aller Pflegeheimbewohner
an einer Demenz erkrankt sind, und nur ca. 20% aller Demenzerkrankten in Heimen
leben, ca. 80% zu Hause gepflegt und betreut werden, lässt sich heute mühelos
die Zahl von mehr als 1,8 Mio. Erkrankter errechnen. Hierin dürften auch
diejenigen einzubeziehen sein, die "lediglich" an einer natürlichen
Altersdemenz, also an dem altersbedingten Abnehmen der Gehirnleistungsfähigkeit
leiden. [Lesen
Sie hier weiter]
| | Spendenaufruf: | Liebe
Leser, liebe Freunde und Förderer unserer Gesellschaft und unseres Anliegens,
wir
alle, die wir ehrenamtlich für unsere Satzungsziele, für die Verbesserung
der Situation der Demenz-Erkrankten in Heimen und Kliniken eintreten, richten
uns mit einer Bitte an Sie: Wir
haben uns in der Vergangenheit bemüht, unabhängig von den wirtschaftlichen
Interessen Dritter (Pharmafirmen, Psychiatrischen Kliniken, Ärzten und auch
Heimen) kritisch, aber konstruktiv über die Alzheimer Krankheit, den Umgang
mit ihr, über Diagnosemöglichkeiten, die Rechtslage und vieles andere
mehr zu informieren. Wir scheuten und scheuen dabei nicht davor zurück, kritisch
zu sein und Mißstände anzuprangern. Dies können wir, weil wir
finanziell unabhängig sind und keine Zuschüsse der öffentlichen
Hand beantragt haben (wir wollen den kleinen Selbsthilfegruppen die ohnehin knappen
öffentlichen Mittel für ihre Arbeit nicht schmälern!). Dies
können und wollen wir auch, weil wir Aktiven uns in unserer Arbeit von niemandem
"kaufen" lassen. Wir sind daher auf die Beiträge unserer Mitglieder
und vereinzelte Spenden angewiesen, die aber nicht ausreichen, möglichst
viele Informationen, Rundschreiben, unseren Newsletter und unsere eigenen Broschüren
möglichst Vielen zugänglich zu machen. Porto, Kopiekosten, Versandmaterielaien
und auch die Führung unserer effektiven und oft in Anspruch genommenen Beratungsstelle
kosten nun einmal viel Geld. Auch unsere Veranstaltungen.
Daher
unsere große Bitte: Wenn
Sie mit unserer Tätigkeit einverstanden sind, sich mit unserer Zielsetzung
"Schaffung von humanen Lebensverhältnissen von Demenz-Erkrankten
und Unterstützung der häuslichen Versorgung, Entlastung der pflegenden
und betreuenden Angehörigen, sowie Änderung des für die wachsende
Zahl Demenz-Erkrankter untauglichen Pflegesystems" identifizieren, unterstützen
Sie uns finanziell. Wir werden auch in Zukunft- wie bisher- überregional
aktiv sein, uns überall dort zu Wort melden, wo die Entscheidungen für
oder gegen Demenzkranke vorbereitet oder getroffen werden. Wir verstehen uns nicht
bloß als lokale oder regionale Selbsthilfegruppe. Sie
können dies mit einem Einmal-Betrag tun, mit laufender Hilfe, indem Sie Mitglied
unserer Gesellschaft werden, oder einfach durch eine Überweisung auf unserer
Beitrags- und Spendenkonto Nr.
17 539 115 bei der Sparkasse Bonn (BLZ 380 500 00) Unsere
Gesellschaft ist als gemeinnützig anerkannt und im Vereinsregister des Registergerichts
(Amtsgericht) Bonn eingetragen. Sie
erhalten auf Wunsch selbstverständlich eine Spendenbescheinigung. Auch kleine
Spenden helfen. Sie können auch eine unserer Veranstaltungen sponsern; wir
werden dann auf Sie als Sponsor, auch in unserer Pressearbeit, hinweisen, sofern
Sie dies möchten. Ihre
Hilfe hilft Vielen, die sich selbst nicht mehr helfen oder auch wehren können-
damit diejenigen, die langsam vergessen, nicht vergessen werden.
Danke
Ihre Alzheimer Gesellschaft Bonn e.V.
| | Äpfel
gegen Vergeßlichkeit |
Der Konsum von zwei bis vier Äpfeln täglich kann Gedächtnisverlust
im Alter vorbeugen. Diesen Schluß legen Experimente von Thomas Shea von
der Universität von Massachusetts in Lowell nahe. Er und sein Team reicherten
die Kost einer Gruppe von alternden Labormäusen mit Äpfeln und Apfelsaft
an. Anhand der Orientierung der Mäuse in einem Testlabyrinth bewerteten die
Forscher gleichzeitig über längere Zeit die Gedächtnisleistung
der Mäusesenioren. Wie die Forscher im "Journal of Alzheimer's Desease"
berichten, schnitten die Mäuse dabei deutlich besser ab als eine Kontrollgruppe,
deren Nahrung keine Äpfel enthielt. Die Forscher vermuten die Ursache des
Effekts in dem hohen Anteil antioxidierender Substanzen in Äpfeln. (Meldung
in der Zeitung "Die Welt" vom 18.02.2006) | | Lebensqualität
für pflegende Angehörige | Die
Pflege und durch betreuende Angehörige fordert Kraft, Mut und Stärke.
Viele sind überfordert. Die Rundumbetreuung in den mittleren oder späteren
Stadien der Erkrankung fordert alle Kräfte und belastet gewaltig. Alleine
schon die krankheitsbedingte Veränderung in dem Verhalten und der Persönlichkeit der
Erkrankten belastet seelisch und lässt viele betreuende Angehörige/Ehepartner
verzweifeln. Hinzu kommen viele Hilfestellungen, da die Betroffenen zunehmend
hilfloser werden. Es
muß daher das Betreuungsangebot verbessert werden. Karitative Organisationen
(Caritas, u.a.) bieten schon heute sehr gute Hilfedienste an. Fragen
Sie bei Ihrer örtlichen Stelle oder bei der kommunalen Altenhilfe nach, welche
Dienste und Entlastungsmöglichkeiten es gibt. (ms)
|
Leben
für Demenzerkrankte: Der regelmäßige Kontakt zu Tieren läßt
Demenzkranke aufleben von Sonja Kastilan aus
"Die Welt" vom 29.11.2005 |
Wissenschaftler entdecken
Haustiere jetzt als Allround-Heilmittel. Einige Studien haben bereits festgestellt,
daß der Tierbesitz offenbar das Risiko für Herzinfarkt senkt sowie
für Asthma und Allergien bei kleinen Kindern. Auch die Besuche beim Hausarzt
reduzieren sich. Nun finden neue Untersuchungen weitere Zusammenhänge: So
sind Kinder, die in einem Haushalt mit Tieren leben, weniger krank und schwänzen
auch seltener die Schule. Im aktuellen "British Medical Journal" suchen
Forscher nach Erklärungen für diese positiven Effekte. Sie machen unter
anderem die soziale und emotionale Unterstützung dafür verantwortlich
- ähnlich wie sich menschliche Beziehungen wohltuend auf die Gesundheit auswirken.
Allerdings verstehen Menschen ihre Haustiere nicht als Heilmittel, obwohl sie
die Beziehung schätzen und als Bereicherung für ihre Lebensqualität
ansehen. Allerdings kann es auch zu Konflikten zwischen
Tier und Gesundheit kommen, wenn Menschen aufgrund von Allergien die Tierhaltung
aufgeben müssen. Oder wenn Ältere medizinische Betreuung ablehnen aus
Angst, ins Krankenhaus oder Pflegeheim zu müssen und dann ihren vierbeinigen
Lebensgefährten zurückzulassen. Aber gerade alte
und demente Menschen können vom regelmäßigen Kontakt zu Tieren
profitieren. Inwieweit ihre körperliche und geistige Gesundheit verbessert
wird, untersuchen derzeit Forscher an der Universität in Bremen. Drei Monate
lang begleiten die Wissenschaftler vom Institut für angewandte Pflegeforschung
die Bewohner eines Altenheims, die Meerschweinchen und Kaninchen betreuen: Zweimal
wöchentlich können sie in Einzel- und Gruppenstunden die Tiere streicheln,
füttern und mit ihnen schmusen. Nach Angaben der Biologin
Cornelia Dress wirkt dieser Kontakt besonders belebend auf Menschen, die früher
bereits Tiere besaßen. Selbst in der Grobmotorik behinderte Patienten schafften
es, die Meerschweinchen und Kaninchen mit kleinen Salatblättern zu füttern.
Die Wissenschaftler wollen unter anderem soziale Auswirkungen systematisch untersuchen.
Zudem fragen sie nach Wirkungen auf den Körper und das seelische Wohlbefinden.
Auch wollen die Bremer Forscher feststellen, ob sich Tierkontakte reibungslos
in den Heimalltag einfügen lassen. Konkret gehen die Forscher zum Beispiel
der Annahme nach, daß der Kontakt zu den Tieren manche Defizite des Altenheimalltags
kompensieren hilft. Dazu zählt nach Angaben von Studienleiter Stefan
Görres das Bedürfnis nach emotionaler Ansprache. Untersuchungen zufolge
beschränkt sich der tatsächliche Kontakt zwischen Heimbewohnern und
Pflegepersonal auf 20 Minuten am Tag. Eine besondere Wirkung
könnte der Kleintierbesuch auf Demenzkranke haben: Vielleicht würden
sie dadurch ansprechbarer, vermutet Görres. Üblicherweise seien die
Kranken oft sehr schwer zugänglich und zögen sich zurück. Um sie
zu erreichen, fehlt es den Pflegern vielfach an den richtigen Methoden.
Artikel erschienen am Di, 29. November 2005 | | Pflegeversicherung:
die Reform ist dringend geboten! | Es
ist unbestreitbar, daß die Pflegeversicherung schon heute der dringenden
Reform bedarf: die wachsende Zahl der Pflegebedürftigen steigt unaufhörlich,
die medizinischen Dienste in ihrer "Zwitter-Funktion" als "unabhängige
Gutachterstellen und Gutachter der gesetzlichen Krankenversicherer (die ja meist
Treuhänder der Pflegeversicherung in Personal- und Funktions-Union sind )
dürfen und sollen nicht in diesem Spannungsfeld zwischen Gebotenem und "Ökonomie"
verheizt werden. Die leider häufige und sehr bedenkliche Einstufungspraxis
gibt Anlaß zu großer Sorge.Erst Recht wegen der darauf folgenden Not
bei Familien mit geringen Einkommen. Aber: eine Reform, die nicht nur
über "scheibchenweise" Beitragserhöhungen erfolgt, muß
auch das Pflegeheimsystem und dessen Ausstattungs- und Finanzierungsgrundlagen
und die Ausbildungsordnungen auf den sofortigen Prüfstand stellen! Jetzt
muß gehandelt werden, unabhängig von dem Ausgang der nächsten
Wahlen. | | Schadensersatz
nach Sturz einer Heimbewohnerin: |
BGH
weist Klage der AOK Berlin ab (AZ: III ZR 399/04): Der Bundesgerichtshof
(BGH) hat eine Klage der AOK Berlin abgewiesen. Die Krankenkasse wollte von einem
Pflegeheim die Kosten erstattet bekommen, die nach dem Sturz einer Heimbewohnerin
entstanden waren. Die Krankenkasse begründete ihre Forderung mit einer Verletzung
der Aufsichtspflicht durch das Pflegeheimpersonal. Der BGH urteilte,
die Obhutspflicht eines Heimes bedeute keine Rund-um-Beobachtung. Pflegeheime
seien dazu angehalten, ihre Heimbewohner vor Unfällen zu schützen, gleichzeitig
aber deren Würde und Selbstständigkeit im Blick zu haben. Konkrete
Schutzmaßnahmen wie das Hochziehen von Bettgittern kämen daher wirklich
nur im Bedarfsfall in Betracht. Die Tageszeitung Die Welt"
berichtet dazu in ihrer Ausgabe vom 29.04.2005: Die Pflege gebrechlicher alter
Menschen würde in Deutschland zunehmend zum Problem. Tausende sind einer
aktuellen Studie zufolge im wahrsten Sinne des Wortes ans Bett gefesselt, werden
aus Zeitgründen des Pflegepersonals 40 bis 50 Prozent mit "potentiell
bewegungseinschränkenden Psychopharmaka behandelt", so Clemens
Becker vom Stuttgarter Robert-Bosch-Krankenhaus der die Ergebnisse einer aktuellen
Studie, in der Stürze von Patienten in Altenheimen untersucht wurden, vorstellte.
In ganz Deutschland gäbe es etwa 680 000 Bewohner in Altenheimen, von
denen jährlich etwa 30 000 nach Stürzen schwere Verletzungen davontragen.
Der Sozialverband Deutschland fordert, daß die Pflege so gestaltet werden
muß, daß auf freiheitsbeschränkende Maßnahmen verzichtet
werden kann. (Anm.:
Der BHG hat ein sehr weises und auch dringend gebotenes Urteil gefällt: im
Spannungsfeld zwischen den Belastungen der Pflegebediensteten und der Obhutspflicht
darf die Würde der Heimbewohner keinesfalls auf der Strecke bleiben; mechanische
und medikamentöse Fixierungen, wie sie in vielen deutschen Pflegeheimen übermäßig,
und hintergründig aus personellem Gründen und zur Sicherung der Betriebsabläufe,
angewandt werden, werden durch das Urteil aus "der Grauzone" gezogen
und können künftig nicht mehr vorschnell und "scheinheilig"
als "notwendige Maßnahme zum Schutz des Bewohners" bezeichnet
werden! Das Urteil ermutigt hoffentlich Angehörige und Betreuer ("Demenz-Erkrankte
können sich nicht wehren") in Einzelfällen auch die Ermittlungsbehörden
und/oder die Heimaufsichten einzuschalten, und nachhaltig daran zu erinnern, daß
jede freiheitseinschränkende oder freiheitsentziehende Maßnahme, sei
sie durch Psychopharmaka oder mechanisch (Bettgurte, Stuhlbrett, Bettgitter tagsüber,
stundenlanges, festes Heranrücken des Stuhles an den Tisch u.v.a.m.) herbeigeführt,
der Genehmigung durch das Vormundschaftsgericht bedarf, da man damit massiv in
das grundgesetzlich garantierte Freiheitsrecht der Betroffenen eingreift! M.S.)
| | Kurzmeldungen |  | AKTUELL |
Altern in Würde
- auch mit einer Demenz? von Michael Georg Streicher
Wie geht unsere Gesellschaft mit den mittlerweile fast 1,8 Mio Demenzerkrankten
um? Gilt das Grundrecht auf Achtung der Menschenwürde auch für Demenz-Erkrankte?
[bitte lesen Sie weiter]
Neue
Broschüre " Alzheimer und Ethik Teil I" (Herausgeber
Michael Georg Streicher) In der Reihe "Alzheimer und Hilfen"
der Alzheimer Gesellschaft Bonn e.V. ist ein neues Heft "Alzheimer und Ethik"
erschienen. Das Heft enthält ausgewählte Artikel zu ethischen Überlegungen
und zur ethischen Orientierung bei der künstlichen Ernährung durch "percutane
endoskopische Gastrostomie" (PEG-Sonden).Verfasser sind Professor Dr. Ulrich
Eibach, Bonn, sowie Professor Dr. Klaus Zwirner, Saarbrücken
[zur
Bestellmöglichkeit] Neu:
Dokumentation "Sinn-volle Wege aus dem Labyrinth der Demenz" Vorwort
und Einführung: Dr. Christiane Bahr, Salzburg Ein sehr
lesenswertes Kompendium der Ergebnisse der 2. Salzburger Gerontologie Gespräche.
(In einer immer älter werdenden Gesellschaft sind wir alle gefordert, in
dem fast alle Lebensbereiche erfassenden Strukturwandel besonders den Demenz-Erkrankten
mit neuen Konzepten, Strategien und Ideen ein menschenwürdiges Leben zu sichern)
Hrsg. Bildungszentrum St. Virgil, A 5026 Salzburg, Ernst-Grein-Straße 14
Rheinland Pfalz will die "Pflegebürokratie" entschlacken:
Die Landesregierung will die Pflegedokumentationen vereinfachen und
die Pflegekräfte von Verwaltungstätigkeiten entlasten, damit mehr Zeit
für die Heimbewohner zur Verfügung steht. Die Vereinfachungsvorschläge
seien zwar nicht bindend, wären aber sehr geeignet, den Pflegekräften
einen erheblichen Teil der pflegefremden Aufgaben abzunehmen, ohne damit die Qualität
der vorgeschriebenen Dokumentation zu beeinträchtigen. (Kommentar:
ein sehr guter Ansatz, der viele Nachahmer finden sollte!)
Bundesstadt
Bonn: Neu: Im Amt für Soziales und Wohnen ist eine neue Sachgruppe
"Hilfe zur Pflege" eingerichtet worden., in der die Gewährung
von Hilfe zur Pflege in der häuslichen Umgebung (nicht in Einrichtungen)
und gfls. notwendige zusätzliche Hilfe zum Lebensunterhalt bearbeitet wird.
Ansprechpartnerinnen sind Frau Ebert (unter Tel. 77 4938) und die Sachgruppen
leiterin Frau Lüdtke (Tel. 77 4739). Die Dienststelle befindet sich
in der Hans-Böckler-Str. 5 in Bonn-Beuel. Die Büros befinden sich in
der 3. Etage (Zi. 315 u. 318). "Demenz
wird Volkskrankheit" Nach einer Meldung von dpa (in "Die
Welt" vom 10.01.2005) prognostizierte Mathias Berger vom Universitätsklinikum
Freiburg auf einem Kongreß der Bundesärztekammer in Berlin, daß
jeder vierte Deutsche Experten zufolge einmal Symptome einer Demenz entwickeln
würde. Im Jahr 2040 müßten allein für Demenzerkrankungen
wie Alzheimer die gesamten Gesundheitskosten des Jahres 2000 aufgewendet werden.
Haftpflichtversicherung:
Üblicherweise hat jede Familie eine private Haftpflichtversicherung
als Familienversicherung. Einige Versicherungsgesellschaften vertreten die Auffassung,
dass der Versicherungsschutz für das Mitglied nicht mehr gilt, wenn die/der
Betreffende nicht mehr im Haushalt, sondern in einem Pflegeheim lebt. Fragen
Sie daher vor einem Umzug in ein Pflegeheim bei Ihrer Versicherungsgesellschaft
unbedingt nach und lassen Sie sich den Versicherungsschutz schriftlich bestätigen.
Der Rosenkavalier
Literaturhinweis: Lesenswert: "Demenzkranke Menschen pflegen"
Grundlagen, Strategien und Konzepte, Sven Lind 1. Auflage 2003 Verlag Hans
Huber, Bern Unser Kommentar: Ein hervorragend geschriebenes,
übersichtliches Buch über die Symptome der Krankheit, den Umgang mit
den Erkrankten, verschiedene Konzepte und Ansätze in der Praxis mit sehr
hilfreichen Anregungen und Vorschlägen. Der sehr sachkundige Autor hat die
Sprache gefunden, durch die auch Laien das komplexe Gebiet der Demenz mit all
ihren Folgen verständlich wird. M.Streicher
|
 |
| | Angehörigen-
Schulung: Die Alzheimer Gesellschaft Bonn e.V. wird im Herbst, mit
Unterstützung der Barmer- Pflegekasse, die Seminar-Reihe "Hilfe beim
Helfen" fortsetzen. Die Bundesstadt Bonn wird dabei helfen, ebenso die erfahrenen
Referenten, die sehr wissen, wie und was notwendig ist, um Hilfen vor Ort zu geben. Die
Bürgerstiftung Bonn, die die Sparkasse Köln/Bonn auch zu ihren Förderen
zählen kann, wird mit dem Bürgerpreis, der der Alzheimer Gesellschaft
Bonn e.V. verliehen wurde, dazu beitragen. ms
| |
| |
Johnson&Johnson:
Studien zu Todesfällen bei Alzheimer-Patienten ! Laut einer
Meldung des Dow Jones Newswires vom 24.01.2005 sei nach zwei klinischen Studien
von Johnson&Johnson Research über eine erhöhte Sterblichkeit bei
Patienten mit lediglich leichter geistiger Beeinträchtigung berichtet worden,
denen das Alzheimer-Mittel Reminyl verabreicht worden sei. Von 2000 Patienten
seien 20 aus unterschiedlichen Gründen gestorben, davon 15 in der mit dem
Mittel Reminyl behandelnden Gruppe. Reminyl sei in derzeit
69 Ländern zur Behandlung von "leichten bis mittleren" Alzheimer-Erkrankungen
zugelassen. Johnson&Johnson ist der Hersteller. "Reminyl
(Galantamin) bei leichten kognitiven Störungen erhöhte Sterblichkeit?"
(Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft informiert)
Galantamin (Reminyl) ist ein Acetylcholinesterasehemmer (ACEH); das Präparat
wird in Deutschland von Janssen-Cilag vertrieben. Bei Patienten mit Alzheimer-
oder anderer Demenz zeigten aus mehreren Studien zusammengefasste Daten eine erhöhte
Sterblichkeitsrate in der Placedogruppe (kardiovaskuläre Krankheiten, z.B.
Myokardinfarkt, Apoplex) [ Lesen
Sie hier weiter ]
| |
| | Gesetzliche
Haft- und Unfall- versicherung für Ehrenamtliche
Das Land NRW übernimmt die Kosten für eine gesetzliche Haft- und
Unfallversicherung für ehrenamtlich Tätige. Dies betrifft nicht diejenigen,
die bereits über ihre Organisationen (z.B. Sportvereine, kirchliche und soziale
Organisationen) versichert sind. Begünstigt sind insbesonders kleinere
Initiativen und Gruppen. Ehrenamtlich Tätige brauchen
sich erst im Schadensfall bei der gesetzlichen Versicherung melden.
| |  |
|
März 2004:
"Brandbrief": Warnhinweis bei RISPERDAL
durch den Hersteller: Pharmafirma Janssen-Cilag GmbH - Wirkstoff: Risperidon
In einem "Brandbrief" an die Ärzte gibt der Hersteller
Cilag-Janssen Warnhinweise und "ergänzt "Warnhinweise und Vorsichtsnaßnahmen
für die Anwendung bei älteren Menschen mit Demenz":
Darin heißt es: "In plazebo-Kontrollierten Studien bei
älteren Patienten mit Demenz war die Inzidenz von zerebrovaskulären
Ereignissen einschließlich Insult (auch mit Todesfolge) und transistorischen
ischämischen Attacken (TIA) bei den mit RISPERDAL behandelten Patienten
signifikant höher als im Vergleich zu den Patienten, die Plazebo erhielten
(mittleres Alter 85 Jahre; Altersspanne 73-97 Jahre). Weiter heißt
es: " Vom behandenden Arzt sind die Patienten bzw. deren Betreuer darauf
hinzuweisen, dass sie Anzeichen von Erschlaffung, Taubheit im Gesicht, Armen oder
Beinen sowie Sprach- und Sehstörungen unverzüglich berichten sollen.
Ohne Verzug sind alle Behandlungsmöglichkeiten einschließlich Abbruch
der Therapie abzuwägen". [siehe
auch Medizin] [mehr] | |
 |
| |
Arbeitskreis "Betreuungsrecht" der Alzheimer
Gesellschaft Bonn e.V. Auf vielfachen Wunsch wird der
neu gebildete Arbeitskreis "Betreuungsrecht" der Alzheimer Gesellschaft
Bonn e.V. im neuen Jahr einen Grundkurs Betreuungsrecht an 4-5 Abenden anbieten.
Er richtet sich an Betreuer sowie interessierte Bürger.
Neben einer Einführung werden die Aufgabengebiete ("Wirkungskreise")
Gesundheitsfürsorge, Aufenthaltsbestimmungsrecht und Vermögenssorge
Themenschwerpunkte des Grundkurses, der mit einem Teilnehmerzertifikat endet.
Interessenten melden sich bitte schon jetzt an. [Adresse
hier] Sie erhalten rechtzeitig im neuen Jahr die notwendigen
Kursinformationen. [Arbeitskreise]
| |
| |  |
| | Mehr
Information und Beratung für Angehörige von Demenz-Erkrankten!
- Schulung von Angehörigen zum besseren Umgang mit der Krankheit
und den Erkrankten - | |
| |
Wie
bei vielen anderen Krankheiten auch, haben Betroffene nicht plötzlich "von
heute auf Morgen" Alzheimer oder eine andere Demenz-Erkrankung. Die Krankheit,
die viele Jahre klinisch stumm ist, also in den Betroffenen "ruht",
bevor sie sich durch verschiedene Symptome bemerkbar macht, verunsichert und verängstigt
natürlich in erster Linie die unmittelbar Betroffenen, macht aber auch die
mit ihnen lebenden Angehörigen unsicher und zunehmend Rat und Hilfe suchender.
Viele lokale Alzheimer-Gesellschaften und Gruppen bieten wertvolle Informationen
in Angehörigen-Gruppen an. Das Angebot an Broschüren von verschiedenen
Organisationen und auch Firmen ist mittlerweile derart umfangreich, dass sich
viele überfordert fühlen, zumal sie im Alltag, der ja durch die zunehmenden
Defizite bei den Erkrankten, durch Sorge und Ängste geprägt ist, kaum
Zeit zum Lesen finden und sich neben dem täglichen Erleben der Erkrankung
auch noch mit dem - erschreckenden - theoretischen Wissen befassen wollen. [Lesen
Sie hier weiter] | |
| | Angehörigen-
Gruppen der Alzheimer Gesellschaft Bonn e.V.,
zusammen mit anderen Trägern: | |
| |
Aussprache,
Information, Hilfen - sind die Angebote der informellen Treffen, die jedem Interessierten
und Betroffenen offen stehen; eine Voranmeldung ist nicht notwendig.
|
|
| |
Die
aktuellen Forschungsmeldungen:
| Medizin:
Wachstum von Nervenzellen Ein
bestimmter Stoff fördert im Gehirn das Wachstum von Nervenzellen. Dabei unterstützt
dieser Transkriptionsfaktor Pax6 besonders die Bildung von Nervenzellen, die Dopamin
als Botenstoff nutzen. Dies könnte ein Ansatz für neue Therapien gegen
die Parkinsonkrankheit bilden, bei der solche Nervenzellen absterben, vermuten
Entwicklungsbiologen der Universität München. Im Gehirn ausgewachsener
Säugetiere werden kaum noch Nervenzellen neu gebildet, nur in zwei kleinen
Bereichen des Vorderhirns. (Artikel erschienen in "Welt" am 13. 02.
2006) Anmerkung:
Möglicherweise könnte hier auch eine Chance zur Bekämpfung der
Alzheimer-Krankheit liegen? M.S. |
[zum Archiv]
| Literaturhinweis:
Empfehlenswerte Lektüre im Kontext Pflegeheime, Psychiatrie
etc.: "Fixierung erregter Personen - Todesfälle
in Klinik und Gewahrsam" (Restraints of Excited Persons- Sudden
Death in Hospital and Custody) |
Hrsg.
Klaus Steffen Saternus u. Gerhard Kernbach-Wighton Verlag Schmidt-Römhild,
Lübeck Das Buch beleuchtet anhand zahlreicher Fallbeispiele
die Folgen, die Fixierungen wie z.B. Rumpf- und Gliedmaßengurte in der (Geronto-)Psychiatrie
nach sich ziehen können. Der Verlag schreibt hierzu: "Eine interdisziplinäre
Experten-Tagung in Göttingen, bei der sowohl praktisch-forensische als auch
klinische Fragen zur Sprache kamen, ist Ausgangspunkt dieses Werkes. Wertvolle
Fortbildungslektüre nicht nur für Ärzte, sondern auch für
alle Berufsgruppen im Kontext Altenpflege und Psychiatrie."
Anmerkung:
Es ist bekannt, daß in Pflegeheimen und psychiatrischen Kliniken häufig
mechanisch und medikamentös fixiert und "sediert" wird. Demenzkranke,
die "agil", also sehr unruhig, oder gar aggressiv sind, werden, ohne
daß andere, weit minderschwere Maßnahmen oder Hilfen (Spazierengehen,
Beschäftigung, Beruhigung durch ruhige Worte etc.) als absolut vorrangig
in Erwägung gezogen und ausprobiert werden (häufiges Argument: Personalmangel),
auf vielfältige Weise ruhig gestellt. Wir weisen auch auf unsere Broschüren
> Alzheimer und Recht I und II und
> Alzheimer und Medikamente hin.
Das Werk gibt hoffentlich einen Anstoß für ein breites Nachdenken über
diesen meist inhumanen Umgang mit den, durch die Krankheit immer hilfloser werdenden,
Demenz-Erkrankten. |
|
| |
|
ARCHIV - alter Startseiten | Mai
- Juni 2002 Juli - August 2002
August - September 2002 Oktober
- November 2002 Dezember
2002 - Januar 2003 Februar
- März 2003 April
- Mai 2003 |  | Juni
- Juli 2003 November - Dezember
2003 Januar-Juli 2004 August
- November 2004 Dezember - April 2005 bis
November 2005 | |