Rheinland Pfalz :
Die Landesregierung fördert die Information und Schulung von Angehörigen, damit sie erfahren und lernen können, wie sie mit Demenz-Erkrankten in ihrer Familie , in und mit ihrem Umfeld besser umgehen können. Rheinland-Pfalz macht damit einen Schritt, den die Bundesstadt Bonn bereits zuvor vollzogen hat. Dort wird bereits seit Längerem, zusammen mit der Bürgerstiftung Bonn, das Programm: "Hilfe beim Helfen" der Alzheimer Gesellschaft Bonn, gefördert und unterstützt.
Hilfe "vor Ort" muß bundesweit Schule machen.

ms. 20.07.2005
Archiv bis Februar 2006
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Demenz-Erkrankungen - der hohe Preis des Alters? - 18.03.2005

 
Wir alle lesen, sehen und hören in den Medien viel über Demenzerkrankungen, insbesondere über Alzheimer: Erschreckendes, Tragisches und Dramatisches.

Neuer Ratgeber zum Umgang mit den Erkrankten:
"Demenzkranke Menschen pflegen- Grundlagen und praktische Methoden" -von Dr. phil. Sven Lind, Diplom-Psychologe. Herausgegeben von Michael Georg Streicher
(Ein Ratgeber zum Umgang mit den Erkrankten aus der Reihe "Alzheimer und Hilfen")      [weitere]
 

Alzheimer ist, wie alle Erkrankungen des zentralen Nervensystems, eine bisher nicht heilbare hirnorganische Erkrankung, die viel Leid und Belastung, vor allem für die unmittelbar Betroffenen und die sie pflegenden und betreuenden Angehörigen mit sich bringt. Besonders ältere und alte Menschen sind von ihr betroffen. Der letzte "Bericht zur Lage der älteren und alten Menschen in der Bundesrepublik Deutschland" trägt nicht ohne Grund den Untertitel "Unter besonderer Berücksichtigung der wachsenden Zahl Demenzerkrankter".

Dieser Bericht weist die Zahl von ca. 1,6 Millionen Erkrankter, unter Einbeziehung von Fällen in Frühstadien, aus; diese Zahl ist leider längst überholt. Geht man von der realistischen Annahme aus, wonach ca. 70-80 % aller Pflegeheimbewohner an einer Demenz erkrankt sind, und nur ca. 20% aller Demenzerkrankten in Heimen leben, ca. 80% zu Hause gepflegt und betreut werden, lässt sich heute mühelos die Zahl von mehr als 1,8 Mio. Erkrankter errechnen. Hierin dürften auch diejenigen einzubeziehen sein, die "lediglich" an einer natürlichen Altersdemenz, also an dem altersbedingten Abnehmen der Gehirnleistungsfähigkeit leiden. [Lesen Sie hier weiter]

Spendenaufruf:


Liebe Leser, liebe Freunde und Förderer unserer Gesellschaft und unseres Anliegens,

wir alle, die wir ehrenamtlich für unsere Satzungsziele, für die Verbesserung der Situation der Demenz-Erkrankten in Heimen und Kliniken eintreten, richten uns mit einer Bitte an Sie:

Wir haben uns in der Vergangenheit bemüht, unabhängig von den wirtschaftlichen Interessen Dritter (Pharmafirmen, Psychiatrischen Kliniken, Ärzten und auch Heimen) kritisch, aber konstruktiv über die Alzheimer Krankheit, den Umgang mit ihr, über Diagnosemöglichkeiten, die Rechtslage und vieles andere mehr zu informieren. Wir scheuten und scheuen dabei nicht davor zurück, kritisch zu sein und Mißstände anzuprangern. Dies können wir, weil wir finanziell unabhängig sind und keine Zuschüsse der öffentlichen Hand beantragt haben (wir wollen den kleinen Selbsthilfegruppen die ohnehin knappen öffentlichen Mittel für ihre Arbeit nicht schmälern!).
Dies können und wollen wir auch, weil wir Aktiven uns in unserer Arbeit von niemandem "kaufen" lassen.
Wir sind daher auf die Beiträge unserer Mitglieder und vereinzelte Spenden angewiesen, die aber nicht ausreichen, möglichst viele Informationen, Rundschreiben, unseren Newsletter und unsere eigenen Broschüren möglichst Vielen zugänglich zu machen. Porto, Kopiekosten, Versandmaterielaien und auch die Führung unserer effektiven und oft in Anspruch genommenen Beratungsstelle kosten nun einmal viel Geld. Auch unsere Veranstaltungen.

Daher unsere große Bitte:

Wenn Sie mit unserer Tätigkeit einverstanden sind, sich mit unserer Zielsetzung "Schaffung von humanen Lebensverhältnissen von Demenz-Erkrankten und Unterstützung der häuslichen Versorgung, Entlastung der pflegenden und betreuenden Angehörigen, sowie Änderung des für die wachsende Zahl Demenz-Erkrankter untauglichen Pflegesystems" identifizieren, unterstützen Sie uns finanziell. Wir werden auch in Zukunft- wie bisher- überregional aktiv sein, uns überall dort zu Wort melden, wo die Entscheidungen für oder gegen Demenzkranke vorbereitet oder getroffen werden. Wir verstehen uns nicht bloß als lokale oder regionale Selbsthilfegruppe.

Sie können dies mit einem Einmal-Betrag tun, mit laufender Hilfe, indem Sie Mitglied unserer Gesellschaft werden, oder einfach durch eine Überweisung auf unserer Beitrags- und Spendenkonto

Nr. 17 539 115 bei der Sparkasse Bonn (BLZ 380 500 00)

Unsere Gesellschaft ist als gemeinnützig anerkannt und im Vereinsregister des Registergerichts (Amtsgericht) Bonn eingetragen.

Sie erhalten auf Wunsch selbstverständlich eine Spendenbescheinigung. Auch kleine Spenden helfen. Sie können auch eine unserer Veranstaltungen sponsern; wir werden dann auf Sie als Sponsor, auch in unserer Pressearbeit, hinweisen, sofern Sie dies möchten.

Ihre Hilfe hilft Vielen, die sich selbst nicht mehr helfen oder auch wehren können- damit diejenigen, die langsam vergessen, nicht vergessen werden.

Danke
Ihre Alzheimer Gesellschaft Bonn e.V.

Äpfel gegen Vergeßlichkeit

Der Konsum von zwei bis vier Äpfeln täglich kann Gedächtnisverlust im Alter vorbeugen. Diesen Schluß legen Experimente von Thomas Shea von der Universität von Massachusetts in Lowell nahe. Er und sein Team reicherten die Kost einer Gruppe von alternden Labormäusen mit Äpfeln und Apfelsaft an. Anhand der Orientierung der Mäuse in einem Testlabyrinth bewerteten die Forscher gleichzeitig über längere Zeit die Gedächtnisleistung der Mäusesenioren. Wie die Forscher im "Journal of Alzheimer's Desease" berichten, schnitten die Mäuse dabei deutlich besser ab als eine Kontrollgruppe, deren Nahrung keine Äpfel enthielt. Die Forscher vermuten die Ursache des Effekts in dem hohen Anteil antioxidierender Substanzen in Äpfeln. (Meldung in der Zeitung "Die Welt" vom 18.02.2006)

 
Lebensqualität für pflegende Angehörige

Die Pflege und durch betreuende Angehörige fordert Kraft, Mut und Stärke. Viele sind überfordert. Die Rundumbetreuung in den mittleren oder späteren Stadien der Erkrankung fordert alle Kräfte und belastet gewaltig.
Alleine schon die krankheitsbedingte Veränderung in dem Verhalten und der Persönlichkeit
der Erkrankten belastet seelisch und lässt viele betreuende Angehörige/Ehepartner verzweifeln. Hinzu kommen viele Hilfestellungen, da die Betroffenen zunehmend hilfloser werden.

Es muß daher das Betreuungsangebot verbessert werden. Karitative Organisationen (Caritas, u.a.) bieten schon heute sehr gute Hilfedienste an. Fragen Sie bei Ihrer örtlichen Stelle oder bei der kommunalen Altenhilfe nach, welche Dienste und Entlastungsmöglichkeiten es gibt. (ms)
 

Leben für Demenzerkrankte:
Der regelmäßige Kontakt zu Tieren läßt Demenzkranke aufleben
von Sonja Kastilan aus "Die Welt" vom 29.11.2005

Wissenschaftler entdecken Haustiere jetzt als Allround-Heilmittel. Einige Studien haben bereits festgestellt, daß der Tierbesitz offenbar das Risiko für Herzinfarkt senkt sowie für Asthma und Allergien bei kleinen Kindern. Auch die Besuche beim Hausarzt reduzieren sich. Nun finden neue Untersuchungen weitere Zusammenhänge: So sind Kinder, die
in einem Haushalt mit Tieren leben, weniger krank und schwänzen auch seltener die Schule. Im aktuellen "British Medical Journal" suchen Forscher nach Erklärungen für diese positiven Effekte. Sie machen unter anderem die soziale und emotionale Unterstützung dafür
verantwortlich - ähnlich wie sich menschliche Beziehungen wohltuend auf die Gesundheit auswirken. Allerdings verstehen Menschen ihre Haustiere nicht als Heilmittel, obwohl sie die Beziehung schätzen und als Bereicherung für ihre Lebensqualität ansehen.

Allerdings kann es auch zu Konflikten zwischen Tier und Gesundheit kommen, wenn Menschen aufgrund von Allergien die Tierhaltung aufgeben müssen. Oder wenn Ältere medizinische Betreuung ablehnen aus Angst, ins Krankenhaus oder Pflegeheim zu müssen und dann ihren vierbeinigen Lebensgefährten zurückzulassen.

Aber gerade alte und demente Menschen können vom regelmäßigen Kontakt zu Tieren profitieren. Inwieweit ihre körperliche und geistige Gesundheit verbessert wird, untersuchen derzeit Forscher an der Universität in Bremen. Drei Monate lang begleiten die Wissenschaftler vom Institut für angewandte Pflegeforschung die Bewohner eines Altenheims, die Meerschweinchen und Kaninchen betreuen: Zweimal wöchentlich können sie in Einzel- und Gruppenstunden die Tiere streicheln, füttern und mit ihnen schmusen.

Nach Angaben der Biologin Cornelia Dress wirkt dieser Kontakt besonders belebend auf Menschen, die früher bereits Tiere besaßen. Selbst in der Grobmotorik behinderte Patienten schafften es, die Meerschweinchen und Kaninchen mit kleinen Salatblättern zu füttern. Die Wissenschaftler wollen unter anderem soziale Auswirkungen systematisch untersuchen. Zudem fragen sie nach Wirkungen auf den Körper und das seelische Wohlbefinden.

Auch wollen die Bremer Forscher feststellen, ob sich Tierkontakte reibungslos in den Heimalltag einfügen lassen. Konkret gehen die Forscher zum Beispiel der Annahme nach, daß der Kontakt zu den Tieren manche Defizite des Altenheimalltags kompensieren hilft. Dazu zählt
nach Angaben von Studienleiter Stefan Görres das Bedürfnis nach emotionaler Ansprache. Untersuchungen zufolge beschränkt sich der tatsächliche Kontakt zwischen Heimbewohnern und Pflegepersonal auf 20 Minuten am Tag.

Eine besondere Wirkung könnte der Kleintierbesuch auf Demenzkranke haben: Vielleicht würden sie dadurch ansprechbarer, vermutet Görres. Üblicherweise seien die Kranken oft sehr schwer zugänglich und zögen sich zurück. Um sie zu erreichen, fehlt es den Pflegern vielfach an den richtigen Methoden.

Artikel erschienen am Di, 29. November 2005

Pflegeversicherung: die Reform ist dringend geboten!
Es ist unbestreitbar, daß die Pflegeversicherung schon heute der dringenden Reform bedarf: die wachsende Zahl der Pflegebedürftigen steigt unaufhörlich, die medizinischen Dienste in ihrer "Zwitter-Funktion" als "unabhängige Gutachterstellen und Gutachter der gesetzlichen Krankenversicherer (die ja meist Treuhänder der Pflegeversicherung in Personal- und Funktions-Union sind ) dürfen und sollen nicht in diesem Spannungsfeld zwischen Gebotenem und "Ökonomie" verheizt werden. Die leider häufige und sehr bedenkliche Einstufungspraxis gibt Anlaß zu großer Sorge.Erst Recht wegen der darauf folgenden Not bei Familien mit geringen Einkommen.

Aber: eine Reform, die nicht nur über "scheibchenweise" Beitragserhöhungen erfolgt, muß auch das Pflegeheimsystem und dessen Ausstattungs- und Finanzierungsgrundlagen und die Ausbildungsordnungen auf den sofortigen Prüfstand stellen! Jetzt muß gehandelt werden, unabhängig von dem Ausgang der nächsten Wahlen.

 
Schadensersatz nach Sturz einer Heimbewohnerin:
BGH weist Klage der AOK Berlin ab (AZ: III ZR 399/04):

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat eine Klage der AOK Berlin abgewiesen. Die Krankenkasse wollte von einem Pflegeheim die Kosten erstattet bekommen, die nach dem Sturz einer Heimbewohnerin entstanden waren. Die Krankenkasse begründete ihre Forderung mit einer Verletzung der Aufsichtspflicht durch das Pflegeheimpersonal.

Der BGH urteilte, die Obhutspflicht eines Heimes bedeute keine Rund-um-Beobachtung. Pflegeheime seien dazu angehalten, ihre Heimbewohner vor Unfällen zu schützen, gleichzeitig aber deren Würde und Selbstständigkeit im Blick zu haben. Konkrete Schutzmaßnahmen wie das Hochziehen von Bettgittern kämen daher wirklich nur im Bedarfsfall in Betracht.

Die Tageszeitung Die Welt" berichtet dazu in ihrer Ausgabe vom 29.04.2005: Die Pflege gebrechlicher alter Menschen würde in Deutschland zunehmend zum Problem. Tausende sind einer aktuellen Studie zufolge im wahrsten Sinne des Wortes ans Bett gefesselt, werden aus Zeitgründen des Pflegepersonals 40 bis 50 Prozent mit "potentiell bewegungseinschränkenden Psychopharmaka behandelt", so Clemens Becker vom Stuttgarter Robert-Bosch-Krankenhaus der die Ergebnisse einer aktuellen Studie, in der Stürze von Patienten in Altenheimen untersucht wurden, vorstellte.

In ganz Deutschland gäbe es etwa 680 000 Bewohner in Altenheimen, von denen jährlich etwa 30 000 nach Stürzen schwere Verletzungen davontragen.
Der Sozialverband Deutschland fordert, daß die Pflege so gestaltet werden muß, daß auf freiheitsbeschränkende Maßnahmen verzichtet werden kann.

 
(Anm.: Der BHG hat ein sehr weises und auch dringend gebotenes Urteil gefällt: im Spannungsfeld zwischen den Belastungen der Pflegebediensteten und der Obhutspflicht darf die Würde der Heimbewohner keinesfalls auf der Strecke bleiben; mechanische und medikamentöse Fixierungen, wie sie in vielen deutschen Pflegeheimen übermäßig, und hintergründig aus personellem Gründen und zur Sicherung der Betriebsabläufe, angewandt werden, werden durch das Urteil aus "der Grauzone" gezogen und können künftig nicht mehr vorschnell und "scheinheilig" als "notwendige Maßnahme zum Schutz des Bewohners" bezeichnet werden! Das Urteil ermutigt hoffentlich Angehörige und Betreuer ("Demenz-Erkrankte können sich nicht wehren") in Einzelfällen auch die Ermittlungsbehörden und/oder die Heimaufsichten einzuschalten, und nachhaltig daran zu erinnern, daß jede freiheitseinschränkende oder freiheitsentziehende Maßnahme, sei sie durch Psychopharmaka oder mechanisch (Bettgurte, Stuhlbrett, Bettgitter tagsüber, stundenlanges, festes Heranrücken des Stuhles an den Tisch u.v.a.m.) herbeigeführt, der Genehmigung durch das Vormundschaftsgericht bedarf, da man damit massiv in das grundgesetzlich garantierte Freiheitsrecht der Betroffenen eingreift!           M.S.)
 
KurzmeldungenAKTUELL

Altern in Würde -
auch mit einer Demenz?

von Michael Georg Streicher

Wie geht unsere Gesellschaft mit den mittlerweile fast 1,8 Mio Demenzerkrankten um? Gilt das Grundrecht auf Achtung der Menschenwürde auch für Demenz-Erkrankte?

[bitte lesen Sie weiter]


Neue Broschüre " Alzheimer und Ethik Teil I"
(Herausgeber Michael Georg Streicher)

In der Reihe "Alzheimer und Hilfen" der Alzheimer Gesellschaft Bonn e.V. ist ein neues Heft "Alzheimer und Ethik" erschienen. Das Heft enthält ausgewählte Artikel zu ethischen Überlegungen und zur ethischen Orientierung bei der künstlichen Ernährung durch "percutane endoskopische Gastrostomie" (PEG-Sonden).Verfasser sind Professor Dr. Ulrich Eibach, Bonn, sowie Professor Dr. Klaus Zwirner, Saarbrücken

[zur Bestellmöglichkeit]


Neu: Dokumentation "Sinn-volle Wege aus dem Labyrinth der Demenz"
Vorwort und Einführung: Dr. Christiane Bahr, Salzburg

 
Ein sehr lesenswertes Kompendium der Ergebnisse der 2. Salzburger Gerontologie Gespräche. (In einer immer älter werdenden Gesellschaft sind wir alle gefordert, in dem
fast alle Lebensbereiche erfassenden Strukturwandel besonders den Demenz-Erkrankten mit neuen Konzepten, Strategien und Ideen ein menschenwürdiges Leben zu sichern) Hrsg. Bildungszentrum St. Virgil, A 5026 Salzburg, Ernst-Grein-Straße 14
 

Rheinland Pfalz will die "Pflegebürokratie" entschlacken:
 
Die Landesregierung will die Pflegedokumentationen vereinfachen und die Pflegekräfte von Verwaltungstätigkeiten entlasten, damit mehr Zeit für die Heimbewohner zur Verfügung steht.
Die Vereinfachungsvorschläge seien zwar nicht bindend, wären aber sehr geeignet, den Pflegekräften einen erheblichen Teil der pflegefremden Aufgaben abzunehmen, ohne damit die Qualität der vorgeschriebenen Dokumentation zu beeinträchtigen.

(Kommentar: ein sehr guter Ansatz, der viele Nachahmer finden sollte!)


Bundesstadt Bonn:
Neu: Im Amt für Soziales und Wohnen ist eine neue Sachgruppe "Hilfe zur Pflege" eingerichtet worden., in der die Gewährung von Hilfe zur Pflege in der häuslichen Umgebung (nicht in Einrichtungen) und gfls. notwendige zusätzliche Hilfe zum Lebensunterhalt bearbeitet wird. Ansprechpartnerinnen sind Frau Ebert (unter Tel. 77 4938) und die Sachgruppen leiterin Frau Lüdtke (Tel. 77 4739). Die Dienststelle befindet sich in der Hans-Böckler-Str. 5 in Bonn-Beuel. Die Büros befinden sich in der 3. Etage (Zi. 315 u. 318).


"Demenz wird Volkskrankheit"

Nach einer Meldung von dpa (in "Die Welt" vom 10.01.2005) prognostizierte Mathias Berger vom Universitätsklinikum Freiburg auf einem Kongreß der Bundesärztekammer in Berlin, daß jeder vierte Deutsche Experten zufolge einmal Symptome einer Demenz entwickeln würde. Im Jahr 2040 müßten allein für Demenzerkrankungen wie Alzheimer die gesamten Gesundheitskosten des Jahres 2000 aufgewendet werden.


Haftpflichtversicherung:
 
Üblicherweise hat jede Familie eine private Haftpflichtversicherung als Familienversicherung. Einige Versicherungsgesellschaften vertreten die Auffassung, dass der Versicherungsschutz für das Mitglied nicht mehr gilt, wenn die/der Betreffende nicht mehr im Haushalt, sondern in einem Pflegeheim lebt.
Fragen Sie daher vor einem Umzug in ein Pflegeheim bei Ihrer Versicherungsgesellschaft unbedingt nach und lassen Sie sich den Versicherungsschutz schriftlich bestätigen.




Der Rosenkavalier


Literaturhinweis:
Lesenswert: "Demenzkranke Menschen pflegen"
Grundlagen, Strategien und Konzepte, Sven Lind
1. Auflage 2003 Verlag Hans Huber, Bern

Unser Kommentar: Ein hervorragend geschriebenes, übersichtliches Buch über die Symptome der Krankheit, den Umgang mit den Erkrankten, verschiedene Konzepte und Ansätze in der Praxis mit sehr hilfreichen Anregungen und Vorschlägen. Der sehr sachkundige Autor hat die Sprache gefunden, durch die auch Laien das komplexe Gebiet der Demenz mit all ihren Folgen verständlich wird.
 
M.Streicher
 

 Angehörigen- Schulung:

Die Alzheimer Gesellschaft Bonn e.V. wird im Herbst, mit Unterstützung der Barmer- Pflegekasse, die Seminar-Reihe "Hilfe beim Helfen" fortsetzen. Die Bundesstadt Bonn wird dabei helfen, ebenso die erfahrenen Referenten, die sehr wissen, wie und was notwendig ist, um Hilfen vor Ort zu geben.
Die Bürgerstiftung Bonn, die die Sparkasse Köln/Bonn auch zu ihren Förderen zählen kann, wird mit dem Bürgerpreis, der der Alzheimer Gesellschaft Bonn e.V. verliehen wurde, dazu beitragen.
ms
 

 
 

Johnson&Johnson: Studien zu Todesfällen bei Alzheimer-Patienten !

Laut einer Meldung des Dow Jones Newswires vom 24.01.2005 sei nach zwei klinischen Studien von Johnson&Johnson Research über eine erhöhte Sterblichkeit bei Patienten mit lediglich leichter geistiger Beeinträchtigung berichtet worden, denen das Alzheimer-Mittel Reminyl verabreicht worden sei. Von 2000 Patienten seien 20 aus unterschiedlichen Gründen gestorben, davon 15 in der mit dem Mittel Reminyl behandelnden Gruppe.

Reminyl sei in derzeit 69 Ländern zur Behandlung von "leichten bis mittleren" Alzheimer-Erkrankungen zugelassen. Johnson&Johnson ist der Hersteller.


"Reminyl (Galantamin) bei leichten kognitiven Störungen erhöhte Sterblichkeit?"
(Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft informiert) Galantamin (Reminyl) ist ein Acetylcholinesterasehemmer (ACEH); das Präparat wird in Deutschland von Janssen-Cilag vertrieben.
Bei Patienten mit Alzheimer- oder anderer Demenz zeigten aus mehreren Studien zusammengefasste Daten eine erhöhte Sterblichkeitsrate in der Placedogruppe (kardiovaskuläre Krankheiten, z.B. Myokardinfarkt, Apoplex)
 
[ Lesen Sie hier weiter ]

 
 Gesetzliche Haft- und Unfall-
versicherung für Ehrenamtliche

 
Das Land NRW übernimmt die Kosten für eine gesetzliche Haft- und Unfallversicherung für ehrenamtlich Tätige. Dies betrifft nicht diejenigen, die bereits über ihre Organisationen (z.B. Sportvereine, kirchliche und soziale Organisationen) versichert sind. Begünstigt sind insbesonders kleinere Initiativen und Gruppen.
 
Ehrenamtlich Tätige brauchen sich erst im Schadensfall bei der gesetzlichen Versicherung melden.
 
 

März 2004: "Brandbrief": Warnhinweis bei RISPERDAL durch den Hersteller: Pharmafirma Janssen-Cilag GmbH - Wirkstoff: Risperidon
 
In einem "Brandbrief" an die Ärzte gibt der Hersteller Cilag-Janssen Warnhinweise und "ergänzt "Warnhinweise und Vorsichtsnaßnahmen für die Anwendung bei älteren Menschen mit Demenz":
 
Darin heißt es:
"In plazebo-Kontrollierten Studien bei älteren Patienten mit Demenz war die Inzidenz von zerebrovaskulären Ereignissen einschließlich Insult (auch mit Todesfolge) und transistorischen ischämischen Attacken (TIA) bei den mit RISPERDAL behandelten Patienten signifikant höher als im Vergleich zu den Patienten, die Plazebo erhielten (mittleres Alter 85 Jahre; Altersspanne 73-97 Jahre).
 
Weiter heißt es: " Vom behandenden Arzt sind die Patienten bzw. deren Betreuer darauf hinzuweisen, dass sie Anzeichen von Erschlaffung, Taubheit im Gesicht, Armen oder Beinen sowie Sprach- und Sehstörungen unverzüglich berichten sollen. Ohne Verzug sind alle Behandlungsmöglichkeiten einschließlich Abbruch der Therapie abzuwägen".
 

[siehe auch Medizin] [mehr]

 
  
Arbeitskreis "Betreuungsrecht" der
Alzheimer Gesellschaft Bonn e.V.

 
Auf vielfachen Wunsch wird der neu gebildete Arbeitskreis "Betreuungsrecht" der Alzheimer Gesellschaft Bonn e.V. im neuen Jahr einen Grundkurs Betreuungsrecht an 4-5 Abenden anbieten.
Er richtet sich an Betreuer sowie interessierte Bürger.
 
Neben einer Einführung werden die Aufgabengebiete ("Wirkungskreise") Gesundheitsfürsorge, Aufenthaltsbestimmungsrecht und Vermögenssorge Themenschwerpunkte des Grundkurses, der mit einem Teilnehmerzertifikat endet.
 
Interessenten melden sich bitte schon jetzt an.
[Adresse hier]
 
Sie erhalten rechtzeitig im neuen Jahr die notwendigen Kursinformationen.
[Arbeitskreise]
 
 
 
 Mehr Information und Beratung für Angehörige von Demenz-Erkrankten!

- Schulung von Angehörigen zum besseren Umgang mit der Krankheit und den Erkrankten -
 
 

 
Wie bei vielen anderen Krankheiten auch, haben Betroffene nicht plötzlich "von heute auf Morgen" Alzheimer oder eine andere Demenz-Erkrankung. Die Krankheit, die viele Jahre klinisch stumm ist, also in den Betroffenen "ruht", bevor sie sich durch verschiedene Symptome bemerkbar macht, verunsichert und verängstigt natürlich in erster Linie die unmittelbar Betroffenen, macht aber auch die mit ihnen lebenden Angehörigen unsicher und zunehmend Rat und Hilfe suchender. Viele lokale Alzheimer-Gesellschaften und Gruppen bieten wertvolle Informationen in Angehörigen-Gruppen an. Das Angebot an Broschüren von verschiedenen Organisationen und auch Firmen ist mittlerweile derart umfangreich, dass sich viele überfordert fühlen, zumal sie im Alltag, der ja durch die zunehmenden Defizite bei den Erkrankten, durch Sorge und Ängste geprägt ist, kaum Zeit zum Lesen finden und sich neben dem täglichen Erleben der Erkrankung auch noch mit dem - erschreckenden - theoretischen Wissen befassen wollen.

[Lesen Sie hier weiter]
 

 
 Alzheimer Gesellschaft Bonn e.V.Angehörigen- Gruppen
der Alzheimer Gesellschaft Bonn e.V., zusammen mit anderen Trägern:
 
  
Aussprache, Information, Hilfen - sind die Angebote der informellen Treffen, die jedem Interessierten und Betroffenen offen stehen; eine Voranmeldung ist nicht notwendig.
 
 
 
 
Die aktuellen Forschungsmeldungen:

 
Medizin: Wachstum von Nervenzellen

Ein bestimmter Stoff fördert im Gehirn das Wachstum von Nervenzellen. Dabei unterstützt dieser Transkriptionsfaktor Pax6 besonders die Bildung von Nervenzellen, die Dopamin als Botenstoff nutzen. Dies könnte ein Ansatz für neue Therapien gegen die Parkinsonkrankheit bilden, bei der solche Nervenzellen absterben, vermuten Entwicklungsbiologen der Universität München. Im Gehirn ausgewachsener Säugetiere werden kaum noch Nervenzellen neu gebildet, nur in zwei kleinen Bereichen des Vorderhirns.
(Artikel erschienen in "Welt" am 13. 02. 2006)

Anmerkung: Möglicherweise könnte hier auch eine Chance zur Bekämpfung der Alzheimer-Krankheit liegen? M.S. 


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Literaturhinweis:
Empfehlenswerte Lektüre im Kontext Pflegeheime, Psychiatrie etc.:
"Fixierung erregter Personen -
Todesfälle in Klinik und Gewahrsam"

(Restraints of Excited Persons- Sudden Death in
Hospital and Custody)
Hrsg. Klaus Steffen Saternus u. Gerhard Kernbach-Wighton
Verlag Schmidt-Römhild, Lübeck
 
Das Buch beleuchtet anhand zahlreicher Fallbeispiele die Folgen, die Fixierungen wie z.B. Rumpf- und Gliedmaßengurte in der (Geronto-)Psychiatrie nach sich ziehen können. Der Verlag schreibt hierzu:
"Eine interdisziplinäre Experten-Tagung in Göttingen, bei der sowohl praktisch-forensische als auch klinische Fragen zur Sprache kamen, ist Ausgangspunkt dieses Werkes. Wertvolle Fortbildungslektüre nicht nur für Ärzte, sondern auch für alle Berufsgruppen im Kontext Altenpflege und Psychiatrie."

Anmerkung:
Es ist bekannt, daß in Pflegeheimen und psychiatrischen Kliniken häufig mechanisch und medikamentös fixiert und "sediert" wird. Demenzkranke, die "agil", also sehr unruhig, oder gar aggressiv sind, werden, ohne daß andere, weit minderschwere Maßnahmen oder Hilfen (Spazierengehen, Beschäftigung, Beruhigung durch ruhige Worte etc.) als absolut vorrangig in Erwägung gezogen und ausprobiert werden (häufiges Argument: Personalmangel), auf vielfältige Weise ruhig gestellt. Wir weisen auch auf unsere Broschüren > Alzheimer und Recht I und II und > Alzheimer und Medikamente hin. Das Werk gibt hoffentlich einen Anstoß für ein breites Nachdenken über diesen meist inhumanen Umgang mit den, durch die Krankheit immer hilfloser werdenden, Demenz-Erkrankten.

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