April / Mai 2005 - Archiv
ALZHEIMER  Gesellschaft  Bonn e.V.
Alzheimer Gesellschaft Bonn e.V.
AKTUELLES

    Mitgliederbriefe



 
suchen
NAVIGATION
 

Kontaktformular
E-Mail

info
webmaster
admin

optimiert für Microsoft Internet Explorer
1024 x 768 Pixel

Demenz-Erkrankungen - der hohe Preis des Alters? - 18.03.2005

 
Wir alle lesen, sehen und hören in den Medien viel über Demenzerkrankungen, insbesondere über Alzheimer: Erschreckendes, Tragisches und Dramatisches.

Neuer Ratgeber zum Umgang mit den Erkrankten:
"Demenzkranke Menschen pflegen- Grundlagen und praktische Methoden" -von Dr. phil. Sven Lind, Diplom-Psychologe. Herausgegeben von Michael Georg Streicher
(Ein Ratgeber zum Umgang mit den Erkrankten aus der Reihe "Alzheimer und Hilfen")      [weitere]
 

Alzheimer ist, wie alle Erkrankungen des zentralen Nervensystems, eine bisher nicht heilbare hirnorganische Erkrankung, die viel Leid und Belastung, vor allem für die unmittelbar Betroffenen und die sie pflegenden und betreuenden Angehörigen mit sich bringt. Besonders ältere und alte Menschen sind von ihr betroffen. Der letzte "Bericht zur Lage der älteren und alten Menschen in der Bundesrepublik Deutschland" trägt nicht ohne Grund den Untertitel "Unter besonderer Berücksichtigung der wachsenden Zahl Demenzerkrankter".

Dieser Bericht weist die Zahl von ca. 1,6 Millionen Erkrankter, unter Einbeziehung von Fällen in Frühstadien, aus; diese Zahl ist leider längst überholt. Geht man von der realistischen Annahme aus, wonach ca. 70-80 % aller Pflegeheimbewohner an einer Demenz erkrankt sind, und nur ca. 20% aller Demenzerkrankten in Heimen leben, ca. 80% zu Hause gepflegt und betreut werden, lässt sich heute mühelos die Zahl von mehr als 1,8 Mio. Erkrankter errechnen. Hierin dürften auch diejenigen einzubeziehen sein, die "lediglich" an einer natürlichen Altersdemenz, also an dem altersbedingten Abnehmen der Gehirnleistungsfähigkeit leiden. 
                                                   [Lesen Sie hier weiter]

 

Schadensersatz nach Sturz einer Heimbewohnerin:
BGH weist Klage der AOK Berlin ab (AZ: III ZR 399/04):

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat eine Klage der AOK Berlin abgewiesen. Die Krankenkasse wollte von einem Pflegeheim die Kosten erstattet bekommen, die nach dem Sturz einer Heimbewohnerin entstanden waren. Die Krankenkasse begründete ihre Forderung mit einer Verletzung der Aufsichtspflicht durch das Pflegeheimpersonal.

Der BGH urteilte, die Obhutspflicht eines Heimes bedeute keine Rund-um-Beobachtung. Pflegeheime seien dazu angehalten, ihre Heimbewohner vor Unfällen zu schützen, gleichzeitig aber deren Würde und Selbstständigkeit im Blick zu haben. Konkrete Schutzmaßnahmen wie das Hochziehen von Bettgittern kämen daher wirklich nur im Bedarfsfall in Betracht.

Die Tageszeitung Die Welt" berichtet dazu in ihrer Ausgabe vom 29.04.2005: Die Pflege gebrechlicher alter Menschen würde in Deutschland zunehmend zum Problem. Tausende sind einer aktuellen Studie zufolge im wahrsten Sinne des Wortes ans Bett gefesselt, werden aus Zeitgründen des Pflegepersonals 40 bis 50 Prozent mit "potentiell bewegungseinschränkenden Psychopharmaka behandelt", so Clemens Becker vom Stuttgarter Robert-Bosch-Krankenhaus der die Ergebnisse einer aktuellen Studie, in der Stürze von Patienten in Altenheimen untersucht wurden, vorstellte.

In ganz Deutschland gäbe es etwa 680 000 Bewohner in Altenheimen, von denen jährlich etwa 30 000 nach Stürzen schwere Verletzungen davontragen.
Der Sozialverband Deutschland fordert, daß die Pflege so gestaltet werden muß, daß auf freiheitsbeschränkende Maßnahmen verzichtet werden kann.

 
(Anm.: Der BHG hat ein sehr weises und auch dringend gebotenes Urteil gefällt: im Spannungsfeld zwischen den Belastungen der Pflegebediensteten und der Obhutspflicht darf die Würde der Heimbewohner keinesfalls auf der Strecke bleiben; mechanische und medikamentöse Fixierungen, wie sie in vielen deutschen Pflegeheimen übermäßig, und hintergründig aus personellem Gründen und zur Sicherung der Betriebsabläufe, angewandt werden, werden durch das Urteil aus "der Grauzone" gezogen und können künftig nicht mehr vorschnell und "scheinheilig" als "notwendige Maßnahme zum Schutz des Bewohners" bezeichnet werden! Das Urteil ermutigt hoffentlich Angehörige und Betreuer ("Demenz-Erkrankte können sich nicht wehren") in Einzelfällen auch die Ermittlungsbehörden und/oder die Heimaufsichten einzuschalten, und nachhaltig daran zu erinnern, daß jede freiheitseinschränkende oder freiheitsentziehende Maßnahme, sei sie durch Psychopharmaka oder mechanisch (Bettgurte, Stuhlbrett, Bettgitter tagsüber, stundenlanges, festes Heranrücken des Stuhles an den Tisch u.v.a.m.) herbeigeführt, der Genehmigung durch das Vormundschaftsgericht bedarf, da man damit massiv in das grundgesetzlich garantierte Freiheitsrecht der Betroffenen eingreift!           M.S.)
 
Bürgerpreis 2004 der Bundesstadt Bonn und der Bürgerstiftung Bonn
 
Einer der Preisträger des diesjährigen Bürgerpreises der Bundesstadt Bonn, der Bürgerstiftung Bonn und der Sparkasse Bonn ist die Alzheimer Gesellschaft Bonn e.V.

 
Der Preis steht in diesem Jahr unter dem Motto "Jung & Alt". Die Bonner Preisträger werden am landesweiten Wettbewerb "für mich, für uns, für Nordrhein-Westfalen" und evtl. am Bundeswettbewerb "für mich, für uns, für alle" teilnehmen. Die Stiftungsträger würdigen mit diesem Preis das besondere Engagement von Personen, Organisationen und besonderen Projekten für die Gemeinschaft.
 
Die Preisverleihung erfolgte im Rahmen einer Feierstunde am Montag, den 2. August 2004, 16:00 Uhr, Altes Rathaus, Markt, in Bonn.
 
Wir freuen uns sehr über diese Ehrung, wird damit nicht nur die Tätigkeit aller unserer Ehrenamtlichen erneut anerkannt und gewürdigt, sondern auch der gewachsene Stellenwert der Situation der Demenz-Erkrankten und der pflegenden und betreuenden Angehörigen in der Gesellschaft dokumentiert.                                              [Lesen Sie hier weiter]
 
 
Gedanken zum Jahreswechsel

Die Welt war auch 2004 voller Ereignisse, die Vielen zum Teil schwerwiegende Veränderungen brachten. Die Welt war, schauen wir auf die Auseinandersetzungen in Ländern des nahen Ostens Afrikas und Asiens, nicht friedlich; Terroranschläge waren an der Tagesordnung, viele Unschuldige, auch Kinder und Alte, verloren ihr Leben in Auseinandersetzungen, die politisch oder religiös motiviert oder damit "gerechtfertigt" wurden.
Das Jahr endet nun mit einer menschlichen Katastrophe bisher nicht erlebten Ausmaßes. 150- 200000 Menschen oder sogar mehr verloren ihr Leben in Ländern am indischen Ozean. Die Natur hat uns erneut gezeigt, dass wir Menschen sie nicht beherrschen können, sie hat uns unsere bescheidene "Größe" gezeigt und uns in die Schranken verwiesen.
Das nunmehr fast abgelaufene Jahr und die vielen tragischen und dramatischen Ereignisse wird vielen Menschen hoffentlich auch mit auf den Weg geben, dass wir nicht die großen Macher sind, dass wir alle uns in einer neuen Bescheidenheit vor der Natur verneigen sollten. Wir müssten doch endlich einmal in der Lage sein zu erkennen, dass nur friedliches Miteinander, wechelseitige Rücksicht auf den und Respekt vor dem Anderen
, ein verständnisvollerer Umgang mit dem Planeten, auf dem wir leben, und Mitmenschlichkeit uns das Leben ermöglichen, in dem wir mit Zufriedenheit und ein Leben lang den Weg gehen können, der uns vorgegeben ist.

Schicksalsschläge, wie die durch die Erdbeben- und Flutkatastrophe, werden wir auch in Zukunft nicht verhindern können, denn die Erde wird ihre mechanischen und tektonischen Kräfte nach eigenen Gesetzen umsetzen.
Wir können aber das Miteinander auf dem Planeten bestimmen, können Vorbilder setzen und damit helfen, mit den Schicksalsschlägen besser fertig zu werden. Dies sollte uns auch in unserem kleinen, überschaubaren Lebensbereich gelingen, in dem Elend, Sorge und Bedrückung an der Tagesordnung sind- bei den Behinderten, Hilflosen, Schwachen.

Wenn wir es nicht schaffen, zum Beispiel den Millionen Demenz-Erkrankten, die durch die Krankheit zunehmend hilfloser werden, oder den aus anderen Ursachen hilfebedürftig gewordenen Mitbürgern, ein würdevolles Leben zu ermöglichen, sollten wir uns an die anderen, "großen" Aufgaben gar nicht erst herantrauen!
Das abgelaufene Jahr hat im Bereich der Demenz-Erkrankten einiges an Veränderungen "gebracht"; aber noch immer überragen wirtschaftliche Interessen, Funktionärs- und Kongreß- Denken, eine nicht erforderliche Publikationsflut und Kompetenzstreitigkeiten die tatsächliche Interessenslage der Betroffenen und ihrer Angehörigen!
Aber die notwendige praktische Arbeit und Hilfe "vor Ort" sind noch im Entwicklungsstadium, die Hilfe zur Selbsthilfe noch teilweise verkümmert. Eigeninitiative und Eigenengagement werden manchmal als "soziale Spinnerei" abgetan und belächelt, bietet doch das Leben angeblich Anderes und Schöneres, als ausgerechnet die Sorge um die Hilflosen!

Lassen Sie uns 2005 mit mehr Nachdenken über die Sorgen und Notlagen in unserer nächsten Umgebung beginnen und auch Verständnis für die Angehörigen der wachsenden Zahl demenzerkrankter älterer und alter Menschen haben und zeigen, und zwar durch aktive Hilfe.

Wie gesagt: Kriege werden wir in der Welt damit genau so wenig verhindern können, wie Naturkatastrophen; aber wir werden damit uns selbst den inneren Frieden geben und denen, die unsere Hilfe benötigen, auch das Gefühl, dass der Planet nicht nur sein eigenes Innenleben hat, sondern von Menschen bewohnt wird, die allesamt eines gemeinsam haben:
wir teilen diese Lebensplattform Planet, auf der wir mit unserer Endlichkeit miteinander leben, helfen und handeln müssen, anstatt gegeneinander, oder ohne Rücksicht auf den anderen.

M.S.

Kurzmeldungen AKTUELL

Altern in Würde -
auch mit einer Demenz?

von Michael Georg Streicher

Wie geht unsere Gesellschaft mit den mittlerweile fast 1,8 Mio Demenzerkrankten um? Gilt das Grundrecht auf Achtung der Menschenwürde auch für Demenz-Erkrankte?

[bitte lesen Sie weiter]


Neue Broschüre " Alzheimer und Ethik Teil I"
(Herausgeber Michael Georg Streicher)

In der Reihe "Alzheimer und Hilfen" der Alzheimer Gesellschaft Bonn e.V. ist ein neues Heft "Alzheimer und Ethik" erschienen. Das Heft enthält ausgewählte Artikel zu ethischen Überlegungen und zur ethischen Orientierung bei der künstlichen Ernährung durch "percutane endoskopische Gastrostomie" (PEG-Sonden).Verfasser sind Professor Dr. Ulrich Eibach, Bonn, sowie Professor Dr. Klaus Zwirner, Saarbrücken

[zur Bestellmöglichkeit]


Neu: Dokumentation "Sinn-volle Wege aus dem Labyrinth der Demenz"
Vorwort und Einführung: Dr. Christiane Bahr, Salzburg

 
Ein sehr lesenswertes Kompendium der Ergebnisse der 2. Salzburger Gerontologie Gespräche. (In einer immer älter werdenden Gesellschaft sind wir alle gefordert, in dem
fast alle Lebensbereiche erfassenden Strukturwandel besonders den Demenz-Erkrankten mit neuen Konzepten, Strategien und Ideen ein menschenwürdiges Leben zu sichern) Hrsg. Bildungszentrum St. Virgil, A 5026 Salzburg, Ernst-Grein-Straße 14
 

Rheinland Pfalz will die "Pflegebürokratie" entschlacken:
 
Die Landesregierung will die Pflegedokumentationen vereinfachen und die Pflegekräfte von Verwaltungstätigkeiten entlasten, damit mehr Zeit für die Heimbewohner zur Verfügung steht.
Die Vereinfachungsvorschläge seien zwar nicht bindend, wären aber sehr geeignet, den Pflegekräften einen erheblichen Teil der pflegefremden Aufgaben abzunehmen, ohne damit die Qualität der vorgeschriebenen Dokumentation zu beeinträchtigen.

(Kommentar: ein sehr guter Ansatz, der viele Nachahmer finden sollte!)


Bundesstadt Bonn:
Neu: Im Amt für Soziales und Wohnen ist eine neue Sachgruppe "Hilfe zur Pflege" eingerichtet worden., in der die Gewährung von Hilfe zur Pflege in der häuslichen Umgebung (nicht in Einrichtungen) und gfls. notwendige zusätzliche Hilfe zum Lebensunterhalt bearbeitet wird. Ansprechpartnerinnen sind Frau Ebert (unter Tel. 77 4938) und die Sachgruppen leiterin Frau Lüdtke (Tel. 77 4739). Die Dienststelle befindet sich in der Hans-Böckler-Str. 5 in Bonn-Beuel. Die Büros befinden sich in der 3. Etage (Zi. 315 u. 318).


"Demenz wird Volkskrankheit"

Nach einer Meldung von dpa (in "Die Welt" vom 10.01.2005) prognostizierte Mathias Berger vom Universitätsklinikum Freiburg auf einem Kongreß der Bundesärztekammer in Berlin, daß jeder vierte Deutsche Experten zufolge einmal Symptome einer Demenz entwickeln würde. Im Jahr 2040 müßten allein für Demenzerkrankungen wie Alzheimer die gesamten Gesundheitskosten des Jahres 2000 aufgewendet werden.


Haftpflichtversicherung:
Üblicherweise hat jede Familie eine private Haftpflichtversicherung als Familienversicherung. Einige Versicherungsgesellschaften vertreten die Auffassung, dass der Versicherungsschutz für das Mitglied nicht mehr gilt, wenn die/der Betreffende nicht mehr im Haushalt, sondern in einem Pflegeheim lebt.
Fragen Sie daher vor einem Umzug in ein Pflegeheim bei Ihrer Versicherungsgesellschaft unbedingt nach und lassen Sie sich den Versicherungsschutz schriftlich bestätigen.




Der Rosenkavalier


Literaturhinweis:
Lesenswert: "Demenzkranke Menschen pflegen"
Grundlagen, Strategien und Konzepte, Sven Lind
1. Auflage 2003 Verlag Hans Huber, Bern

Unser Kommentar: Ein hervorragend geschriebenes, übersichtliches Buch über die Symptome der Krankheit, den Umgang mit den Erkrankten, verschiedene Konzepte und Ansätze in der Praxis mit sehr hilfreichen Anregungen und Vorschlägen. Der sehr sachkundige Autor hat die Sprache gefunden, durch die auch Laien das komplexe Gebiet der Demenz mit all ihren Folgen verständlich wird.
 
M.Streicher
 

 

Johnson&Johnson: Studien zu Todesfällen bei Alzheimer-Patienten !

Laut einer Meldung des Dow Jones Newswires vom 24.01.2005 sei nach zwei klinischen Studien von Johnson&Johnson Research über eine erhöhte Sterblichkeit bei Patienten mit lediglich leichter geistiger Beeinträchtigung berichtet worden, denen das Alzheimer-Mittel Reminyl verabreicht worden sei. Von 2000 Patienten seien 20 aus unterschiedlichen Gründen gestorben, davon 15 in der mit dem Mittel Reminyl behandelnden Gruppe.

Reminyl sei in derzeit 69 Ländern zur Behandlung von "leichten bis mittleren" Alzheimer-Erkrankungen zugelassen. Johnson&Johnson ist der Hersteller.


"Reminyl (Galantamin) bei leichten kognitiven Störungen erhöhte Sterblichkeit?"
(Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft informiert) Galantamin (Reminyl) ist ein Acetylcholinesterasehemmer (ACEH); das Präparat wird in Deutschland von Janssen-Cilag vertrieben.
Bei Patienten mit Alzheimer- oder anderer Demenz zeigten aus mehreren Studien zusammengefasste Daten eine erhöhte Sterblichkeitsrate in der Placedogruppe (kardiovaskuläre Krankheiten, z.B. Myokardinfarkt, Apoplex)
 
[ Lesen Sie hier weiter ]

 
  Gesetzliche Haft- und Unfall-
versicherung für Ehrenamtliche

 
Das Land NRW übernimmt die Kosten für eine gesetzliche Haft- und Unfallversicherung für ehrenamtlich Tätige. Dies betrifft nicht diejenigen, die bereits über ihre Organisationen (z.B. Sportvereine, kirchliche und soziale Organisationen) versichert sind. Begünstigt sind insbesonders kleinere Initiativen und Gruppen.
 
Ehrenamtlich Tätige brauchen sich erst im Schadensfall bei der gesetzlichen Versicherung melden.
 
 

März 2004: "Brandbrief": Warnhinweis bei RISPERDAL durch den Hersteller: Pharmafirma Janssen-Cilag GmbH - Wirkstoff: Risperidon
 
In einem "Brandbrief" an die Ärzte gibt der Hersteller Cilag-Janssen Warnhinweise und "ergänzt "Warnhinweise und Vorsichtsnaßnahmen für die Anwendung bei älteren Menschen mit Demenz":
 
Darin heißt es:
"In plazebo-Kontrollierten Studien bei älteren Patienten mit Demenz war die Inzidenz von zerebrovaskulären Ereignissen einschließlich Insult (auch mit Todesfolge) und transistorischen ischämischen Attacken (TIA) bei den mit RISPERDAL behandelten Patienten signifikant höher als im Vergleich zu den Patienten, die Plazebo erhielten (mittleres Alter 85 Jahre; Altersspanne 73-97 Jahre).
 
Weiter heißt es: " Vom behandenden Arzt sind die Patienten bzw. deren Betreuer darauf hinzuweisen, dass sie Anzeichen von Erschlaffung, Taubheit im Gesicht, Armen oder Beinen sowie Sprach- und Sehstörungen unverzüglich berichten sollen. Ohne Verzug sind alle Behandlungsmöglichkeiten einschließlich Abbruch der Therapie abzuwägen".
 

[siehe auch Medizin] [mehr]

 
   
Arbeitskreis "Betreuungsrecht" der
Alzheimer Gesellschaft Bonn e.V.

 
Auf vielfachen Wunsch wird der neu gebildete Arbeitskreis "Betreuungsrecht" der Alzheimer Gesellschaft Bonn e.V. im neuen Jahr einen Grundkurs Betreuungsrecht an 4-5 Abenden anbieten.
Er richtet sich an Betreuer sowie interessierte Bürger.
 
Neben einer Einführung werden die Aufgabengebiete ("Wirkungskreise") Gesundheitsfürsorge, Aufenthaltsbestimmungsrecht und Vermögenssorge Themenschwerpunkte des Grundkurses, der mit einem Teilnehmerzertifikat endet.
 
Interessenten melden sich bitte schon jetzt an.
[Adresse hier]
 
Sie erhalten rechtzeitig im neuen Jahr die notwendigen Kursinformationen.
[Arbeitskreise]
 
 
 
  "Hilfe beim Helfen" -
Angehörigenseminare im Frühjahr 2005

 
Fachleute geben Angehörigen Hilfen und Rat zur häuslichen Versorgung und Betreuung von Demenz-Erkrankten

(Die Teilnahme ist kostenlos)
 
Programm und Termine bei:
Alzheimer Gesellschaft Bonn e.V. ,
Postanschrift: Clemens-August Straße 24,
53115 Bonn
oder online! [zum Bestellformular klick hier]
 
 
  Mehr Information und Beratung für Angehörige von Demenz-Erkrankten!

- Schulung von Angehörigen zum besseren Umgang mit der Krankheit und den Erkrankten -
 
 

 
Wie bei vielen anderen Krankheiten auch, haben Betroffene nicht plötzlich "von heute auf Morgen" Alzheimer oder eine andere Demenz-Erkrankung. Die Krankheit, die viele Jahre klinisch stumm ist, also in den Betroffenen "ruht", bevor sie sich durch verschiedene Symptome bemerkbar macht, verunsichert und verängstigt natürlich in erster Linie die unmittelbar Betroffenen, macht aber auch die mit ihnen lebenden Angehörigen unsicher und zunehmend Rat und Hilfe suchender. Viele lokale Alzheimer-Gesellschaften und Gruppen bieten wertvolle Informationen in Angehörigen-Gruppen an. Das Angebot an Broschüren von verschiedenen Organisationen und auch Firmen ist mittlerweile derart umfangreich, dass sich viele überfordert fühlen, zumal sie im Alltag, der ja durch die zunehmenden Defizite bei den Erkrankten, durch Sorge und Ängste geprägt ist, kaum Zeit zum Lesen finden und sich neben dem täglichen Erleben der Erkrankung auch noch mit dem - erschreckenden - theoretischen Wissen befassen wollen.

[Lesen Sie hier weiter]
 

 
  Alzheimer Gesellschaft Bonn e.V.Angehörigen- Gruppen
der Alzheimer Gesellschaft Bonn e.V., zusammen mit anderen Trägern:
 
   
Aussprache, Information, Hilfen - sind die Angebote der informellen Treffen, die jedem Interessierten und Betroffenen offen stehen; eine Voranmeldung ist nicht notwendig.
 
 
  Neue Wohnformen  
  Neu: Gütesiegel für besonders geeignete Pflegeheime und Einrichtungen
Neue Wohnformen und Beschäftigungs- möglichkeiten für Alzheimer-Erkrankte

Viele Angehörige fragen nach einem für ihre erkrankten Verwandte "geeigneten" Heim; wir müssen leider immer wieder die Auskunft geben, daß es in Deutschland kein "zentrales Register" gibt, keinen Katalog und auch keine Empfehlungsmagazine oder Broschüren. Lediglich über Mundpropaganda, die Stadt- oder Gemeindeverwaltungen oder die lokalen oder regionalen Selbsthilfegruppen, Alzheimer Gesellschaften und Initiativen können Informationen eingeholt werden, wobei sich alle, auch wir, mit Empfehlungen aus u.a. haftungs- und wettbewerbsrechtlichen Gründen schwer tun.

Ein Gütesiegel für geeignete Häuser, die kleine Wohngruppen, biographiebezogene Beschäftigungs- möglichkeiten, besondere ergotherapeutische und...


 
 
 
Die aktuellen Forschungsmeldungen:


30.März 2005: Die Tageszeitung "Die Welt" berichtet in ihrer Ausgabe vom 30.03.2005 über Forschungsergebnisseeiner neuen US-Studie von Forschern der Universität Michigan unter dem Titel "Glücklich trotz Krankheit und Behinderung":

Viele Menschen glaubten, eine schwere Behinderung oder chronische Krankheit würde sie unglücklich machen. Doch tatsächlich scheinen Behinderte oder chronisch Kranke insgesamt genauso glücklich oder zufrieden zu sein, wie Gesunde.

"Dies ist ein Beweis, daß Menschen sich bei großem Unglück emotional anpassen können", so Professor Peter A. Ubel von der University of Michigan, USA.Die Studie behaupte nicht, daß eine große gesundheitliche Katastrophe nicht das Leben eines Menschen durcheinanderbringe. Ebenso sei es natürlich, daß solch eine Katastrophe auch Phasen der Frustration und Schwierigkeiten und möglicherweise Depression mit sich bringe. Doch wer durch solch eine Veränderung gegangen sei, passe im allgemeinen seine emotionalen Reaktionen dem neuen Leben an, berichte Ubel. "Menschen sind unverwüstlicher, als sie denken, und sie können Dinge überstehen, wie sie sie wahrscheinlich nie für möglich gehalten haben".

Die Ergebnisse der Forscher schienen eine Langzeitstudie zu bestätigen, über die amerikanische Wissenschafttler in den neunziger Jahren berichtet hätten. Danach seien Stimmungen und das Wohlbefinden einer Person über Jahrzehnte konstant. Selbst drastische Ereignisse wie eine Querschnittlähmung- der umgekehrt ein Lottogewinn- würden nur vorübergehend etwas daran ändern.

(Anm:: möglichweise müssen nach diesen Studien-Ergebnissen auch die Einstellungen der Medizin zu angeblich chronischen Depressionen von Demenzerkrankten und deren oft längere Behandlung mit Psychopharmaka (Neuroleptika/Atypika) gründlich überdacht werden, ist doch bisher nicht wissenschaftlich widerlegt, daß auch Demenzerkrankte sich emotional "bewegen" und anpassen können!).


[weitere Forschungsmeldungen]
 

 
Antikörper gegen Alzheimer

Die Tageszeitung "Die Welt" berichtet in ihrer Ausgabe vom 22.Januar 2005 über Forschungsergebnisse von Neuro-Forschern der Washington University School of Medicine in St. Louis um Robert Brendza und David Holtzman.

Die Forscher hätten in Tierversuchen (an speziell gezüchteten Mäusen, die Symptome der Alzheimer-Krankheit entwickelt hatten), festgestellt, dass drei Tage nach der Behandlung mit Antikörpern, die sich gegen bestimmte Abschnitte des Beta-Amyloids richteten, sich Plaques auflösten. Zuvor vergrößerte angeschwollene Nervenzellen hätten wieder eine normale Form erhalten, deren Funktion etwa bei der Signalübertragung hätte sich verbessert.

[weiter]

 
 
Nobelpreis für Forscher aus den USA und Israel für ihre grundlegenden Arbeiten zum Abbau von defekten Proteinen

Defekte Proteine sind die Ursachen auch von Alzheimer und Parkinson. Werden sie im menschlichen Gehirn nicht richtig "entsorgt", wobei das Enzym Ubiquiten eine maßgebliche Rolle bei der Entsorgung spielt, verklumpen sie sich zu sog. Plaques, die zum Absterben von gesunden Gehirnnervenzellen, und damit zum Verlust von lebenswichtigen Funktionen des Gehirns, führen.

 

und weitere Meldungen aus 2004:
 
Antidepressiva (Die Welt vom 24.11.2004)
  
Forscher stellen dem Acetyl-Cholinesterase-
Hemmer "Donepezil
" schlechte Noten aus

(Bericht in der "Welt" vom 02.07.04)
 
Stammzellenbank in Großbritannien
 
Forschungsergebnisse zum
Altern des Gehirns

 
Stammzellen aus geklonten
menschlichen Embryonen

  [zum Archiv]
 
Literaturhinweis:
Empfehlenswerte Lektüre im Kontext Pflegeheime, Psychiatrie etc.:
"Fixierung erregter Personen - Todesfälle in Klinik und Gewahrsam" (Restraints of Excited Persons- Sudden Death in Hospital and Custody)
Hrsg. Klaus Steffen Saternus u. Gerhard Kernbach-Wighton
Verlag Schmidt-Römhild, Lübeck
 
Das Buch beleuchtet anhand zahlreicher Fallbeispiele die Folgen, die Fixierungen wie z.B. Rumpf- und Gliedmaßengurte in der (Geronto-)Psychiatrie nach sich ziehen können. Der Verlag schreibt hierzu:
"Eine interdisziplinäre Experten-Tagung in Göttingen, bei der sowohl praktisch-forensische als auch klinische Fragen zur Sprache kamen, ist Ausgangspunkt dieses Werkes. Wertvolle Fortbildungslektüre nicht nur für Ärzte, sondern auch für alle Berufsgruppen im Kontext Altenpflege und Psychiatrie."

Anmerkung:
Es ist bekannt, daß in Pflegeheimen und psychiatrischen Kliniken häufig mechanisch und medikamentös fixiert und "sediert" wird. Demenzkranke, die "agil", also sehr unruhig, oder gar aggressiv sind, werden, ohne daß andere, weit minderschwere Maßnahmen oder Hilfen (Spazierengehen, Beschäftigung, Beruhigung durch ruhige Worte etc.) als absolut vorrangig in Erwägung gezogen und ausprobiert werden (häufiges Argument: Personalmangel), auf vielfältige Weise ruhig gestellt. Wir weisen auch auf unsere Broschüren > Alzheimer und Recht I und II und > Alzheimer und Medikamente hin. Das Werk gibt hoffentlich einen Anstoß für ein breites Nachdenken über diesen meist inhumanen Umgang mit den, durch die Krankheit immer hilfloser werdenden, Demenz-Erkrankten.

Meldung 24.06.04

Die Tageszeitung "Die Welt" berichtet über die Ergebnisse von Studien von Forschern der Wake-University in Winston-Salem, USA. Forscher hätten dort in einer Studie an 3000 Frauen festgestellt, daß eine Hormontherapie (HRT) gegen Beschwerden der Wechseljahre das Risiko, an Demenz zu erkranken, erhöht.

Dies träfe entgegen bisheriger Annahmen auch für eine Östrogenbehandlung zu. Die Mediziner hätten ursprünglich gehofft, Demenz mit HRT vorzubeugen. Bekannt sei aber schon gewesen, dass sie das Risiko erhöht, Brustkrebs und Herz-Kreislauf-Leiden zu bekommen.
Neu: Ratgeber für Angehörige : " Diagnose Alzheimer"
  
In der Informationsreihe "Alzheimer und Hilfen" der Alzheimer Gesellschaft Bonn e.V. ist ein Ratgeber "Diagnose Alzheimer" für Angehörige, aber auch Betroffene und Pflegekräfte
erschienen. Die Broschüre gibt Infos über nichtmedikamentöse Therapien, Hilfen für den Umgang mit Betroffenen in der häuslichen Umgebung und zur Auswahl eines Pflegeheims, wenn die Betreuung und Versorgung zu Hause nicht mehr möglich ist.
Pflegende und betreuende Angehörige wie auch Betroffene selbst sind durch die Diagnose "Verdacht auf eine Demenz vom Alzheimer Typ" unvorbereitet und zutiefst betroffen, wissen zu wenig oder nichts über die Krankheit und deren Verlauf und setzen verzweifelt häufig alle
Hoffnungenauf Medikamente oder "medikamentöse Therapien".

Nur wenige Wirkstoffe ("Antidementiva wie ACEH's, Memantine und Galantamine) können aber, frühzeitig eingesetzt, den Krankheitsverlauf nur für 6-10 Monate verzögern, also verlangsamen. Kein Medikament (erst Recht keine Psychopharmaka, Neuroleptika wie z.B. sog. Atypika) kann heute die Krankheit aufhalten oder gar therapieren, also heilen!

Was kann ich zu Hause tun, was muß ich beachten, wie gehe ich mit Erkrankten
um, auf was sollte ich bei der Auswahl eines Pflegheims achten, welche
bewährte nichtmedikamentöse Therapien gibt es, sollten Betroffene frühzeitig eine
sog. Vorsorgevollmacht machen? Dies sind einige wesentliche Fragen, auf die
der Ratgeber versucht, in Kurzform Antworten zu geben.

Der Ratgeber kann zum Selbstkostenpreis von 3,50 EUR bei der Alzheimer Gesellschaft Bonn e.V. bestellt werden (Bestellformular).
 

In eigener Sache:
 
Wie wir erfahren haben, wurde in NRW ein "Landesverband der Alzheimer Gesellschaften Nordrhein-Westfalen e.V. " (Alzheimer-NRW.de) gegründet. Nach eigenen Angaben des Vereins hätten 32 Alzheimer Gesellschaften, Selbsthilfegruppen oder andere Initiativen die Satzung verabschiedet.
 
Wir halten hierzu fest: In Nordrhein-Westfalen existieren hunderte von Alzheimer Gesellschaften, Initiativen, Selbsthilfegruppen und Angehörigen-Initiativen. Die Richtigkeit der Angaben des o.g. Vereins unterstellt, repräsentiert dieser daher nur einen Bruchteil der Gruppierungen.
 
Die Alzheimer Gesellschaft Bonn e.V. war nicht an der Gründung beteiligt, sie ist nie Mitglied geworden und beabsichtigt auch nicht, Mitglied dieses Vereins zu werden. Uns sind weder die Satzung noch die Zielsetzung des Vereins bekannt.
 
Der Vereinsname "Landesverband der Alzheimer Gesellschaften" erweckt den irreführenden Eindruck, als vertrete der "Landesverband" alle Alzheimer Gesellschaften in Nordrhein-Westfalen, was aber nicht zutrifft. Der neugegründete Verband ist nicht legitimiert, für alle Alzheimer Gesellschaften aufzutreten, im Namen aller Gesellschaften Stellungnahmen oder Erklärungen abzugeben oder Spenden oder andere Zuwendungen in Empfang zu nehmen.
 
Der "Landesverband" ist daher auch nicht legitimiert, im Namen der Alzheimer Gesellschaft Bonn e.V. aufzutreten, Stellungnahmen abzugeben oder für sie Zuwendungen entgegen zu nehmen.
 
Der Vorstand der Alzheimer Gesellschaft Bonn e.V.
 

Bericht und Informationen zur Veranstaltung
Blick in den Veranstaltungssaal

vom 30 Juli 2003, 16:00 Uhr
Hotel Königshof, Adenauerallee 9, 53113 Bonn
Alzheimer Gesellschaft Bonn e.V.:

4. "Königshofer Gespräch"

"Demenz- Erkrankungen, Herausforderung an uns alle"
 

  [ mehr zur Veranstaltung ]
 ARCHIV alter Startseiten
Mai - Juni 2002
Juli - August 2002
August - September 2002
Oktober - November 2002


Dezember 2002 - Januar 2003
Februar - März 2003
April - Mai 2003
Juni - Juli 2003
November - Dezember 2003
Januar-Juli 2004
August - November 2004