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Die Alzheimer
Gesellschaft Bonn e.V.
ist Träger des
Bürgerpreises 2004
der Bundesstadt Bonn
und der
Bürgerstiftung Bonn.
 
Forschern gelingt Durchbruch bei Alzheimer - "Die Welt vom 6. April 2007"

 
Bislang galt die Krankheit, die innerhalb von fünf bis zehn Jahren zum Tode führt, als unheilbar: Doch jetzt konnten Berliner Forscher die Entstehung des giftigen Stoffes verhindern, das Nervenzellen zerstört und damit Alzheimer verursacht.

Herbstmeditation 2007Die Diagnose der Krankheit ist schwierig, da die Symptome uncharakteristisch sind und normalen Alterserscheinungen ähneln. Am Anfang stehen Gedächtnisstörungen, später kommen Orientierungsstörungen, Unruhe, Sprachstörung, Störung von Handlungs- und Bewegungsabläufen hinzu. Am Ende der Alzheimer'schen Krankheit stehen der völlige Verfall der Persönlichkeit und absolute Pflegebedürftigkeit.

Berliner Wissenschaftler haben einen „bedeutsamen Fortschritt“ bei der Erforschung der Alzheimer-Krankheit gemeldet. Wie die Forschungsgruppe vom Institut für Chemie und Biochemie der Freien Universität (FU) mitteilte, fand sie in Laborversuchen einen Weg, um das Entstehen des Alzheimer-verursachenden Stoffes zu blockieren. Ihr Forschungsansatz könnte demnach helfen, neue Medikamente zu entwickeln. Die bislang unheilbare Alzheimer-Krankkeit führt innerhalb von fünf bis zehn Jahren zum Tode. Die Weltgesundheitsorganisation WHO schätzte die Zahl der Kranken weltweit auf 24 Millionen Menschen.

Weiterführende Links

Nach Angaben des Biochemie-Professors Gerd Multhaup konnten die Forscher in Laborversuchen weitgehend die Entstehung des giftigen Amyloid-Beta-Peptids Ass42 verhindern, das Nervenzellen zerstört und damit Alzheimer verursacht. Um die Bildung des Peptids Ass42 zu blockieren, veränderten die Doktorandin Lisa Münter und die anderen Mitglieder des Teams den Zerfall der Vorläuferproteine, aus denen sich der gefährliche Stoff bildet. Dabei entstanden kürzere, nicht mehr giftige Peptide und kaum noch das Alzheimer-verursachende Ass42. Das Verfahren wurde zum Patent angemeldet. Veröffentlicht wurde die Studie Ende vergangenen Monats in der Fachzeitschrift“ The EMBO Journal“.

AFP/OC
 

Langzeitarbeitslose betreuen Patienten mit Alzheimer - ist das eine Handlungsperspektive?
Die Versorgung von Demenzkranken in Deutschland ist unbefriedigend. Zumindest darüber sind sich Ärzte und Pflege-Experten einig. Es gibt inzwischen viele Lösungsansätze - und einige davon sind heftig umstritten. Von Sabine Schiner
 
Ein großes Medien-Echo hat etwa der Vorstoß der Bundesagentur für Arbeit (BfA) hervorgerufen, Dem enzkranke von Langzeitarbeitslosen betreuen zu lassen, um so die Pflegekräfte zu entlasten. Das Bundesgesundheitsministerium versucht hingegen mit dem "Leuchtturmprojekt Demenz" herauszufinden, wie die medizinische und pflegerische Versorgung längerfristig verbessert werden könnte.

Gefragt ist liebevolle Zuwendung

In Deutschland leben über 1,2 Millionen Menschen, die an Demenz erkrankt sind. Häufige Ursache eines demenziellen Syndroms im Alter ist mit 60 Prozent die Alzheimer-Demenz. Bis zum Jahr 2030 wird sich die Zahl der Demenzkranken auf über 1,7 Millionen erhöhen. Deren Pflege und Betreuung ist zeitintensiv - "und es gibt viele Defizite", sagt Michael G. Streicher, Vorsitzender der Deutschen Alzheimer Gesellschaft in Bonn der "Ärzte Zeitung". Die Patienten bräuchten eine liebevolle und würdevolle Zuwendung, die im hektischen und stressigen Pflegealltag oft zu kurz komme. Streicher fordert, die fachliche Ausbildung von Pflegekräfte zu verbessern: "Es sollte mehr Verständnis da sein, was eine Demenzerkrankung ist, und wie man mit den Patienten umgeht."Den Vorschlag der Bundesagentur für Arbeit (BfA), bundesweit bis zu 10 000 Langzeitarbeitslose zur Betreuung von Demenzkranken einzusetzen, findet Streicher prinzipiell gut - wenn die Zusatzkräfte entsprechend qualifiziert sind. Bislang ist geplant, dass sie eine Kurzausbildung zum Pflegeassistenten mit 100 Theorie- und 60 Praxisstunden plus Praktika absolvieren müssen, bevor sie eingesetzt werden dürfen. Die Kosten sollen die Pflegekassen tragen. Geplant ist, dass die Aushilfen die Patienten im Alltag begleiten, ihnen Gesellschaft leisten, mit ihnen musizieren oder sie auf Spaziergängen begleiten. "Es geht nicht darum, reguläre Arbeitsverhältnisse in der Pflege zu ersetzen oder zu verdrängen", heißt es bei der BfA. So nicht! Der Deutsche Pflegerat hat massive Vorbehalte. Der Deutsche Pflegeverband kritisiert die Pläne. Nach Meinung der Pflegevertreter reichen die vorgesehenen 160 Stunden zur Qualifizierung nicht aus, um den Hilfskräften auch spezielle psychologische Kenntnisse zu vermitteln. "Wenn die Pflegeassistenten kein Ersatz für Pfleger sind, sondern ergänzend eingesetzt werden, ist das in Ordnung", sagt hingegen Professor Andreas Kruse, Leiter des Instituts für Gerontologie der UniversitA 4t Heidelberg. Arbeitslose, die zur Betreuung von Demenzkranken eingesetzt werden, sollten seiner Meinung nach allerdings mindestens drei Kriterien erfüllen. "Sie müssen eine hohe Sensitivität zeigen, eine sozial-kommunikative Kompetenz haben und sie müssen belastungsfähig sein." Die Arbeit mit Demenzkranken erfordere ein großes Einfühlungsvermögen.
 
Wie gelingt es, Lebensqualität zu erhalten?

An Kruses Institut in Heidelberg startet gerade eine Studie, bei der untersucht werden soll, wie den Kranken ganz generell ein Stück Lebensqualität erhalten werden kann. "Quadem" (Qualifizierungsmaßnahmen zur Steigerung der Lebensqualität Demenzkranker) ist eines von 29 vom Bundesgesundheitsministerium geförderten "Leuchtturmprojekte Demenz", die in diesem und dem nächsten Jahr mit insgesamt 13 Millionen Euro gefördert werden. "Quadem" setzt bei der ambulanten Pflege an. "Die Mehrzahl der Patienten wird zuhause versorgt - das ist eine 24-Stunden-Aufgabe", sagt Kruse. "Wir wollen herausfinden, wie man die Lebenspläne und Wünsche der Kranken im Alltag verwirklichen kann." An der Studie sind 570 Patienten, Angehörige, ehrenamtliche Hilfskräfte aus Nordbaden und Südhessen beteiligt. Darunter sind auch 120 professionelle ambulante Pflegekräfte.
 
(Bericht in „Die Welt Online“)
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Scanner erkennt Alzheimer vor dem Ausbruch

In Jülich entsteht das Zuhause für ein weltweit einzigartiges Gerät für die Hirnforschung. Mit dem medizinischen Untersuchungsgerät wollen Forscher Nervenerkrankungen wie Alzheimer schon vor Ausbruch der Symptome erkennen und behandeln.
 
Das Jülicher MRT mit einer Feldstärke von 3 Tesla wird bereits in diesem Jahr um einen PET-Einsatz erweitert. Ab 2009 wird es ein Hybridgerät mit einer Feldstärke von 9,4 Tesla gebenDer Magnetresonanz-Tomograph soll die für medizinische Anwendungen extreme Feldstärke von 9,4 Tesla erzeugen und außerdem mit einem Positronenemissions-Tomographen gekoppelt sein. Damit können die Wissenschaftler vom Helmholtz-Zentrum Jülich sowie von Universitäten und Kliniken ab 2009 viel besser ins Gehirn sehen. Sie sehen damit deutlich feinere Strukturen sowie lokale Stoffwechselvorgänge, zum Beispiel die Wirkung von Medikamenten im Gehirn. Die Magnetresonanz-Tomographie zeigt die Anatomie des Gehirns und liefert Bilder etwa von arbeitenden Gehirnregionen. Die Positronen- Emissionstomographie macht molekulare Vorgänge sichtbar, wofür Patienten vorher ein Kontrastmittel gespritzt werden muss"Das Gehirn ist bisher erst sehr grob verstanden", sagt Professor Jürgen Mlynek, Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft. „Wir kennen ungefähr den Aufbau und wissen etwas über einige besonders wichti ge Botenstoffe.“ „Durch die Frühstdiagnostik ist es möglich, Krankheiten schon vor dem Ausbruch zu erkennen“, erklärt der Direktor des Jülicher Instituts für Medizin, Professor Karl Zilles. Die sehr frühe Behandlung könne die Entwicklung von Krankheitssymptomen beeinflussen. „Das bedeutet einen Gewinn von Lebensqualität.“ Dazu würden erhebliche Kosten im Gesundheitssystem eingespart. Die Forscher erwarten auch grundsätzliche Erkenntnisse zu Krankheiten wie Alzheimer, Parkinson, Multiple Sklerose und durch Leberversagen bedingte Hirnkrankheiten.
 
Schlagworte
Neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer, Parkinson und andere schwere Erkrankungen nehmen in einer alternden Gesellschaft rasant zu, ohne dass bisher eine Heilung möglich ist. In Jülich entsteht das Zuhause für ein weltweit einzigartiges Gerät für die Hirnforschung. Mit dem medizinischen Untersuchungsgerät wollen Forscher Nervenerkrankungen wie Alzheimer schon vor Ausbruch der Symptome erkennen und behandeln.
 
(Bericht in: WELT ONLINE vom 02.08.2008 )
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Wie die Politik das Demenzdrama verharmlost
Die Deutschen werden immer älter. Seit Beginn des 20. Jahrhundert ist die Lebenserwartung um 30 Jahre gestiegen. Das führt zu riesigen Problemen. Vor allem Demenz breitet sich in unserer alternden Gesellschaft rasant aus. Familien und Pflegeeinrichtungen sind am Ende ihrer Kraft. Aber die Politik verharmlost dieses Drama.
Demente , sagt Familienministerin von der Leyen, haben "ein reiches Innenleben, sie empfinden Freude, Trauer, Schmerz". Dass die Krankheit auch ihre brutalen Seiten hat, wird oft verschwiegen

Die Zunahme der Demenz ist vielleicht der dunkelste Schatten, der auf unsere alternde Gesellschaft fällt. Sie vernichtet das geistige Wesen eines Menschen, und doch gebietet uns die Menschlichkeit, sein fortdauerndes Leben zu achten. Die Aussicht auf ein längeres Dasein in Unmündigkeit und umfassender Behütung macht den Menschen Ang st. Die behütete Unmündigkeit ist aber auch ein Politikum, weil hier Betreuungsansprüche schwer zu begrenzen sind.

Die Demenz kann eine offene Bürgergesellschaft in ihren Bann schlagen, wenn der Gesetzgeber den Ansprüchen nicht vernünftige Grenzen setzt. Aber die offiziellen Stellungnahmen, die der deutschen Öffentlichkeit das Demenzproblem darstellen, setzen den Akzent nicht auf Begrenzung, sondern stellen einen Aufbruch zu schönen neuen Ufern in Aussicht..

Als die Bundesfamilienministerin von der Leyen (CDU) vor einigen Wochen vor der „Katastrophe“ warnte, die durch die wachsende Zahl von Demenzkranken drohe, fügte sie sofort die positive Botschaft an, dass in der Demenz „viele positive Ressourcen und Lebensmöglichkeiten“ vorhanden seien: „Demenzkranke haben ein reiches Innenleben, sie empfinden Freude, Trauer, Schmerz“.

Es folgte ein forscher Pflegeratschlag der Ministerin: „Gebt den Demenzkranken Lieblingsorte und Lebensthemen, in denen sie noch tief verwurzelt sind. Widmet ihnen konzentrierte Zuwendung, schaut sie an, nehmt euch dazu Zeit und Ruhe. Eine Folge sind mehr positive Emotionen und weniger Unruhe in der Nacht.“ Das klingt einfach. Demenz erscheint nur als Orientierungsverlust, dem durch Zuwendung begegnet werden kann. Die Erschöpfung der Betreuenden ist für die Ministerin Anlass, die Bürgergesellschaft noch stärker20in Anspruch zunehmen.

Demenz dient als Paradebeispiel aufopfernder Pflege

Die Demenz wird geradezu zum Paradebeispiel, an dem das bürgerliche Ehrenamt seine Tugend erweisen kann. Die Öffentlichkeit muss den Eindruck gewinnen, dass hier ein „Reich des Guten“ auf Entdeckung wartet, wenn man nur mehr Engagement, Organisation, Zeit und Geld einsetzt. Alles könnte viel besser aussehen, wenn man nur mehr Betreuung leisten würde.

Dem ist nicht leicht zu widersprechen, zumal die Ministerin mit dem wissenden Gestus des Arztes auftritt. Dabei stehen bei den neuen Demenzprogrammen nicht medizinische Befunde, sondern soziologisch-psychologische Deutungen im Vordergrund. Andreas Kruse, Direktor des Instituts für Gerontologie der Universität Heidelberg, hatte schon 2004 in einem Vortrag die These vertreten, dass die „kognitiven, alltagspraktischen und psychischen Ressourcen“ demenzkranker Menschen unterschätzt werden und durch „anregende und unterstützende räumliche und soziale Umwelten“ mobilisiert werden können. Das Heidelberger Projekt, auf das sich auch die Ministerin beruft, ist auf die „Auslösung positiver Emotionen“ ausgerichtet, die die Forscher an der Mimik der Patienten abzulesen versuchen und auch tatsächlich ablesen konnten.

Noch weiter geht Thomas Klie von der Evangelischen Fachhochschule Fre iburg, der das Zusammenleben mit Demenzkranken als „bereichernd und sinnstiftend“ bezeichnet. Der demente Mensch verfüge über „eine erhöhte Sensibilität in der Wahrnehmung“ und eine „verstärkte Fähigkeit zu Leid und Freude“. Klie behauptet sogar, dass „die Kranken sogar mehr Glück erleben als gesunde Menschen“. Die Demenz erscheint hier nicht mehr als Erkrankung mit fortschreitendem Verfall bis zum Tode, sondern als eine „andere Lebensform“.

Dies Bild mag auch der Deutschen Alzheimer Gesellschaft vorgeschwebt haben, als sie anlässlich der jüngsten Reform der Pflegeversicherung zwar Verbesserungen feststellte, aber nun ein umfassendes soziales Integrationsprogramm forderte. Die Reform habe „nicht grundsätzlich die Benachteiligung Demenzkranker beseitigt“; eine nur am „körperlichen Pflegebedarf“ orientierte Definition der Pflegebedürftigkeit sei falsch.

Spätestens hier werden sich die Angehörigen und Fachkräfte, die täglich die Pflege eines demenziell erkrankten Menschen leisten, fragen, ob sie in der falschen Welt leben. Ihre Realität ist anders. Schon in einem frühen Stadium der Erkrankung werden die einfachsten Dinge des Lebens zur Qual: das Ankleiden, die Hygiene, die Ernährung. Die Patienten scheuen vor der gewohnten Kleidung zurück, sie wollen sich nicht mehr waschen und mit=2 0Wasser in Berührung kommen; sie weigern sich, das Essen, das auf einmal als fremder Stoff vor ihnen steht, zu sich nehmen.

Der Gebrauch von Herd, Fenster, Stuhl, Bett und Tür, die auf einmal wie Rätsel in den Raum ragen, wird verweigert. Schon eine Teppichkante kann zum Abgrund werden, über die man sich mühsam hinwegtastet. Eine vertraute Person kann von einer Minute zur anderen als bedrohlicher Feind oder Dieb verdächtigt werden. Allein schon dies „Zurückscheuen“ und Blockieren macht die alltäglichen Verrichtungen und die praktische Lebensführung für den Patienten und seine Betreuer unendlich aufwendig.

Davon zeugen auch die Fragen, die in Gesprächskreisen von Angehörigen, in Dienstbesprechungen in den Pflegeheimen, in Internetforen immer wieder gestellt werden: „Wie soll ich die Richtzeit der Pflegeversicherung von 20 Minuten für eine Ganzkörperwäsche einhalten, wenn mein Vater immer vergisst, was zu tun ist, oder Berührungen im Gesicht verweigert?“ „Wie soll ich morgens alle Heimbewohner auf meinem Flur versorgen, wenn schon das Anziehen und der Toilettengang eines Patienten über eine Stunde dauert?“ Hier wird deutlich, in welcher Dilemmasituation die Pflegenden stecken: Habe ich mich genügend gekümmert? War ich geduldig genug? Sollte ich nicht einfach laufen la ssen? Aber was ist, wenn es dadurch zu einer Unterernährung bekommt? Oder zu einer Verwahrlosung? Fachkräfte und Heimleitungen müssen dann die Intervention der Pflegeaufsicht fürchten; bei einer häuslichen Betreuung können auch Angehörige und Helfende belangt werden.

Hier zeigt sich, wie verharmlosend eine Demenzdarstellung ist, die nur an höhere psychische Leistungen denkt und abstrakt von „Desorientierung“ oder „fremd sein“ spricht. Die Demenz hat praktische Konsequenzen, die das alltägliche Zusammenleben zu einem frühen Stadium massiv beschädigt. Das Körperliche und das Psychische sind in dieser Alltagspraxis gar nicht zu trennen. Wenn das Essen verweigert wird, ist das sehr physisch und sehr psychisch zugleich.

Dazu kommt bald eine zweite Entwicklung des Verfalls. Sie baut nicht Blockaden auf, sondern zerstört Hemmschwellen. Eine überbordende Zwangsaktivität des Patienten macht alles zur Nahrung, greift in alle Flüssigkeiten, hantiert mit allen Geräten, verrichtet überall seine Notdurft oder wird gegen andere Menschen, erwachsene oder Kinder, übergriffig; er läuft schier unermüdlich durch die Wohnung oder ruft unaufhörlich mit lauter Stimmer immer dasselbe Wort.

So wächst der Betreuungsaufwand noch einmal. Im Grunde kann man den Erkrankten nun nicht mehr aus den Augen lassen und es beginnen neue Dilem mata: „Darf ich den Patienten daran hindern, die Etage oder das Haus zu verlassen? Ist das nicht Freiheitsberaubung und er Verstoß gegen Grundrechte?“ Es geht also nicht so sehr um eine offene Aggressivität der Patienten, sondern um eine ständige Grenzüberschreitung, die die Zivilisation des Alltagslebens zerstört – also das, was eigentlich den Erkrankten auffangen und beruhigen soll.

So gibt es zwei sehr gegensätzliche Bilder der Demenzerkrankung in unserem Land. Dem „guten“ Bild, das verborgene Ressourcen sieht, steht ein „böses“ Bild gegenüber, das die zerstörerische Wirkung der Krankheit hervorhebt. Ebenso gibt es zwei Vorstellungen, was die Zuwendung ausmacht. Auf der einen Seite sieht man Bilder, die die Köpfe von Patient und Pflegendem in einem vertrauten Miteinander zeigen, während die harte Arbeit der körperlichen Versorgung selten ins Bild kommt. Man muss diese Form der Zuwendung eher indirekt aus den Sätzen herauslesen, in denen von „überlastete Angehörigen“ oder „Grenzsituationen“ die Rede ist.

Die Angehörigen sind völlig überlastet und bedürfen selbst der Pflege

Welche Last eigentlich die Überlastung ausmacht und welche Grenze in der Grenzsituation überschritten wird, bleibt ein Geheimnis. Auch ein Blick in die Gesetzeslage l ässt aufhorchen. Dort wird das Einschließen und Fixieren von Dementen gestattet – mit gerichtlicher Genehmigung, im Akut-Fall auch ohne Genehmigung. Ein nächtliches Abschließen der Eingangstür der Wohnung ist statthaft. Da bekommt man eine Ahnung, was für ein Feind die Demenz-Krankheit ist und welche Kämpfe, ja Kriegszustände sie in ein Haus tragen kann.

Aber darf man eine Krankheit zum Feind erklären und von „Krieg“ sprechen? Gerade in Deutschland trifft die um sich greifende Demenz auf eine Gesellschaft, die gewohnt ist, auf Probleme immer nur mit Entgegenkommen und „Integration“ zu reagieren. Auch im Fall einer verheerenden Krankheit erscheint ihr die Idee, auf Bedrohungen wehrhaft zu reagieren, verdächtig. Ihr fehlen schon die Worte, um eine grässlich, barbarische Krankheit zu bezeichnen.

So stellt sich die rosige Vision eines „Zusammenlebens mit der Demenz“, die sich jetzt anschickt, zum Regierungsprogramm zu werden, im Grunde eine zwanglos-geduldige dialogische Situation vor. Ein anregendes Angebot soll die vorhandenen Potenziale wecken und erhalten. So rückt unmerklich die elementare pflegerische Aufgabe, den Patienten vor Verschmutzung, Unterernährung, Unfall und Gewalt zu schützen, in den Hintergrund – sie muss sich ja immer mit den Negativseiten der Krankheit auseinandersetzen. Stattdessen tritt die Seite der 9 EAnimation“ in den Vordergrund, die gewissermaßen neben der Krankheit und an ihr vorbei agiert. Dadurch erscheint sie freundlicher und vornehmer.

Aber bietet die Animation eine Lösung bei Demenz? Die Erschöpfung der Pflegenden, die sich so sehr von der Eltern-Kind-Situation unterscheidet, spricht dagegen. Sie kommt von dem ganz anderen Charakter des „Wachhaltens“, das da täglich geleistet werden soll. Es geht ja nicht um Erinnerungen, die man wie ein altes Photoalbum aufschlagen kann, sondern um die ganze Kompliziertheit des Lebens. Der Pflegende gleicht einem Jongleur, der hunderte, tausende von geistigen „Bällen“ in Bewegung halten muss, um den Verfall aufzuhalten. Jeder Ball, der fällt, ist für immer verloren. Jeder gefallene Ball macht der Pflegekraft, dem Angehörigen oder dem ehrenamtlichen Helfer Schuldgefühle. Jeder neue Verfall beim Patienten verwandelt sich in einen Vorwurf gegen ihn. Je rosiger die „großen Potenziale“ dargestellt werden, umso mehr müssen die Beteiligten eine Realität, die ständig von mehr Verfall gekennzeichnet ist, als ihre Schuld empfinden.

Hier lauert eine soziale Gefahr. Die demenzielle Erkrankung zieht dadurch immer weiter Kreise, dass ganz falsche Erwartungen an den Umgang mit ihr geweckt werden. Eine missverstandene, allzu hoch gestellte Zuwendung nimmt immer mehr Kräfte einer offenen Gesell schaft in Anspruch. So gewinnt die Demenzerkrankung indirekt Macht über die Gesunden und schlägt eine ganze Gesellschaft in ihren Bann. Ob der Familienministerin die Reichweite ihrer Entscheidung klar war, als sie ausgerechnet das Demenzproblem zum Paradefall für eine „neuen Konzeption der Familie“ und für eine „Revolution“ des bürgerlichen Ehrenamtes gemacht hat?

In einer Situation, die für die unmittelbar Pflegenden schon unerträglich geworden ist, will die Ministerin frische Kräfte in die Betreuung einbeziehen. Immer umfangreichere Netzwerke werden geknüpft. „Unterstützung“ ist das Zauberwort. Der Patient muss durch den Pflegenden (Angehöriger oder Fachkraft) unterstützt werden, der Pflegende muss seinerseits durch Ehrenamtliche unterstützt werden. Und schon jetzt zeigt die Erfahrung, dass die Ehrenamtlichen ihrerseits schnell überfordert sind und einen großen Teil ihrer Zeit gar nicht mit einem Patienten verbringen, sondern selber „unterstützt“ werden müssen. Von bürgerschaftlicher Eigenverantwortung kann da nicht die Rede sein. Zugleich findet Politikverweigerung statt. Denn die hohen Ziele der Programme werden nicht durch belastbare Maßnahmen des Ministeriums selber eingelöst, sondern in die Verschiebebahnhöfe der „Unterstützung“ ausgegliedert. So arbeitet der Netzwe rk-Sozialismus.

Die Alternative ist nicht ein Spielen mit dem Euthanasie-Gedanken. Im Gegenteil, die Krankheit selber muss wieder – in ihrer ganzen Härte und Bedrohlichkeit – in den Mittelpunkt rücken. Statt über „Demenz als Lebensform“ zu spekulieren, ist die medizinische Forschung gefragt, um mehr über diesen Feind der Menschheit zu wissen. Bei der Pflege geht es darum, eine bescheidenere, aber solidere Mindestnorm sichergestellt werden. In einer Situation, in der alle möglichen Vorzeigeprojekte in Umlauf sind, während auf den Stationen (und in der häuslichen Betreuung) oft das Chaos herrscht, gilt der Satz, dass weniger mehr ist. Mit einer Gewährleistung von Ernährung, Sauberkeit und Sicherheit wäre schon viel erreicht. Natürlich kann man sich mehr vorstellen. Aber dann steht die Gesellschaft vor der Frage, ob es tatsächlich moralisch geboten ist, alle ihre Kräfte an dieser Aufgabe zu binden, oder ob sie nicht größere, weiterführende Aufgaben hat.

Jede Familie, die für die Betreuung eines Demenzkranken unter Umständen Berufs- und Bildungschancen opfern soll, steht vor dieser Frage. Im Kern geht es um die Unterbringung, und auch hier kann der Staat entlasten, statt immer neue Ansprüche draufzusatteln. Unser Land muss ein Angebot zur frühzeitigen Unterbringung in spezialisierten Heimen oder geschützten Gemeinschaften20 bereithalten – was nur bei einfachen Standards tragbar ist.
 
Die Angehörigen müssen zumindest die Möglichkeit haben, ihre Obhut frühzeitig aufzugeben und danach nur eine – im echten Wortsinn – unterstützende Rolle einzunehmen. Die Demenz ist keine Privatsache. Sie ist eine gemeingefährliche Krankheit, die die Handlungskraft eines Landes bedroht. Es ist die Aufgabe einer vorausschauenden Regierung, eine haltbare Frontlinie zur Abwehr dieser Bedrohung abzustecken.
 
- Artikel in: WELT ONLINE vom 19. Juli 2008 -
(Bericherstatter: RA Michael Streicher, AGB e.V.)
Welt-Alzheimer-Tag: 21. September 2008
Die Alzheimer Gesellschaft Bonn e.V. wird an diesem Tag eine größere Veranstaltung in Bonn in Zusammenarbeit mit der SUNRISE DOMIZILE FÜR SENIOREN in Bonn-Bad Godesberg-Mehlem anbieten. Referent neben anderen: Rechtsanwalt Michael G. Streicher, Vorsitzender der Alzheimer Gesellschaft Bonn e.V. Die Presse wird vertreten sein.
Heimbewohner häufig ruhig gestellt
Viele alte Menschen bekommen Psychopharmaka. Oft steht nicht die Gesundheit der Heimbewohner im Vordergrund, sondern ein bequemer Stationsalltag.

Über eine Million Demenzkranke leben derzeit in Deutschland

Die Pflege geistig verwirrter Menschen kann sehr anstrengend sein – das wissen Familien, die ihre dementen und häufig psychisch auffälligen Angehörigen selbst versorgen. Auch in Altenheimen werden diese Bewohner20oft zum Problem. Deswegen bekommen sie nach Ansicht des Frankfurter Gerontopsychiaters Johannes Pantel zu oft und zu lange die falschen Psychopharmaka verabreicht. Die Motivation sei meist nicht, dem Patienten zu helfen, sondern ihn ruhig zu stellen, um die Pflege zu erleichtern, sagte der Professor. Dabei gebe es genügend andere Wege, den Zustand der Patienten zu verbessern. Dies zeigt eine Studie von Johannes Pantel, die noch dieses Jahr publiziert werden soll.

(Bericht in: FOCUS ONLINE vom 11.07.2008) 
Kluge und hilfreiche Öffentlichkeitsarbeit und Informationen z.B. in Österreich:

Hilfe durch Information

Podiumsdiskussion: Umgang mit alten und altersverwirrten Angehörigen

 
 
„Ich möchte so lange wie möglich zu Hause bleiben!“ Das ist der Wunsch der meisten älteren Menschen. Mit dem Alter kommen aber oftmals körperliche und geistige Beeinträchtigungen, die vor allem die Angehörigen vor große Belastungen stellen. Demenz ist die häufigste Erkrankung im Alter, an der in Österreich 120.000 bis 160.000 Menschen leiden. Der Katholische Familienverband stellte sich dem brisanten Thema „Demenz und pflegende Angehörige“ und veranstaltete in St. Virgil unter dem Titel „Alt, verwirrt, was nun?“ eine Podiumsdiskussion.

SALZBURG. SALZBURG. Die Medizin versteht unter Demenz Störungen der Gedächtnisleistung und anderer kognitiver Funktionen wie Sprache, Orientierung, abstraktes Denken, motorische Handlungsfähigkeiten sowie des Verhaltens. Dr. Erwin Weber, Oberarzt an der Christian-Doppler-Klinik, ergänzt, dass Demenz vor allem im fortgeschrittenen Alter auftritt, aber nicht Teil eines normalen Alterungsprozesses sei. „Nicht alle werden zwangsläufig von dieser Hirnleistungsschwäche erfasst.“ Zur Zeit leiden in Österreich drei Prozent der über 65-Jährigen und mehr als ein Drittel der über 90-Jährigen an Demenz. Aufgrund der demographischen Entwicklung steigen die Zahlen in den nächsten Jahren noch deutlich an.
Die häufigste Krankheit, die Demenz verursacht, ist Alzheimer. Eine Erkrankung, für die es bisher noch keine Heilung gibt, die aber in ihrem Verlauf verzögert werden kann. Entscheidend ist die Früherkennung und eine Behandlung im ersten Stadium. Unabhängig von Medikamenten kommen Methoden aus der Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie oder Musiktherapie zur Anwendung um den Betroffenen zu helfen. Dabei sind die begrenzten Fähigkeiten der Demenzkranken zu berücksichtigen, ohne sie aber zu unterfordern. Für das Selbstwertgefühl ist es außerdem wichtig, die Eigenständigkeit so weit wie möglich aufrecht zu erhalten.
 
80 Prozent aller Demenzerkrankten werden zuhause versorgt. Für die Angehörigen ist das anstrengend, da sie mit Verhaltensveränderungen konfrontiert sind. Demenzpatienten finden sich im Alltag häufig nicht mehr zurecht oder vergessen, was sie Minuten vorher gesagt haben. Die Betreuung ist mit besonderer emotionaler Belastung verbunden, sie beansprucht sehr viel Zeit und Zuwendung. Darüber hinaus läuft das „normale Leben“ weiter mit verschiedensten familiären oder beruflichen Verpflichtungen. „Bei der Arbeit war ich ständig in Gedanken zuhause und hatte ein schlechtes Gewissen“, erzählt Elisabeth Schmitzberger aus Bergheim von der schwierigen Situation als pflegende Angehörige. Gemeinsam mit ihrer Familie betreute sie ihre an Demenz erkrankte Schwiegermutter. Auf Dauer ist die Pflege in den eigenen vier Wänden eine Aufgabe, der Angehörige ohne Entlastung nur schwer standhalten können. Deshalb sind Angebote erforderlich, die Familien informieren und die sie unterstützen. Über die Sorge für den Betroffenen dürfen sich die Angehörigen nicht selbst vergessen. Sie müssen mit ihren Kräften haushalten. Ein Erfahrungsaustausch mit Personen, die in derselben Lage sind, kann wertvolle Anregungen geben und die Zuversicht stärken.

In einer humanen Gesellschaft sollte es selbstverständlich sein, allen ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen. Das gilt besonders für Lebensabschnitte, in denen Menschen pflegebedürftig sind. „Die Betreuung von Senioren und vor allem von Pflegebedürftigen ist eine der wichtigsten Herausforderungen, der wir uns stellen müssen“, betont LR Erwin Buchinger. Mit dem Wissen um die gesellschaftlichen und familienstrukturellen Veränderungen ist davon auszugehen, dass schwer demente Patienten immer weniger zu Hause versorgt werden. „Darum ist es jetzt notwendig Vorsorge zu treffen und zusätzliche Betreuungsplätze und Spezialeinrichtungen für die Pflege von Demenzerkrankten zu schaffen.“
  
Forschungsprojekt "Kommunikation mit Demenzerkrankten"
Das Institut für Germanistik, vergleichende Literatur und Kulturwissenschaft der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn führt ein wissenschaftliches Prjekt zur "Kommunikation mit Demenzerkrankten" unter Leitung von Professor Dr. Manfred Kohrt durch. Für die Durchführung des Projekts wird eine kleine, überschaubare Gruppe von Teilnehmern an dieser Untersuchung gesucht (Demenzerkrankte und deren Angehörige), die bereit wären, die Aufzeichnung der entsprechenden notwendigen Daten zu unterstützen.

Die Alzheimer Gesellschaft Bonn e.V. ist gefragt worden, ob sie das Projekt beratend begleiten kann - im Interesse der Wissenschaft, im Interesse der Betroffenen. Wir werden dies gerne tun, damit neue Erkenntnisse, Methoden und nützliche Strukturvorschläge in diesem dramatischen Krankheitsfeld die Situation der Erkrankten und deren pflegenden und betreuenden Angehörigen nachhaltig verbessert wird. Wir werden Sie informiert halten.

Michael G. Streicher - Vorsitzender der Alzheimer Gesellschaft Bonn e.V. 20.02.2008
Alzheimer- die Krankheit nicht verschweigen!
Demenzerkrankungen- ein noch ziemlich unerforschter Krankheitsbereich. Die Krankheit wird häufig von Angehörigen „versteckt“. Man schämt sich, möchte nicht, dass Freunde, Bekannte, Familienmitglieder und Nachbarn „etwas erfahren“. Das ist menschlich sehr verständlich.
 
Zum Umgang mit der Krankheit und dem/der Erkrankten gehört aber nicht nur die Information: was ist eine Demenz, wie zeigt sie sich, mit was muß ich rechnen, was kann ich tun?
 
Zum Umgang gehört auch, dass sich Angehörige offen und ehrlich Nahestehenden, auch Nachbarn, anvertrauen, nicht nur um Hilfe und Unterstützung zu kekommen, nein, auch sich selbst, seine Sorgen und seine Bedrückung und Belastungen aus dem dramatischen Krankheitsbild mitzuteilen, denn auch dies hilft, sich selbst psychisch zu entlasten.
 
Verschweigen aus Scham oder auch aus anderen Gründen, eine Welt vorzugeben, die sich durch die Krankheit sehr (!) verändert hat - und noch dramatischer verändern wird –belastet zusätzlich und bindet die Gedanken, die Seele zusätzlich, auf einer „anderen Ebene“.
 
Die Welt ändert sich durch eine Demenz-Erkrankung einer nahe stehenden Person dramatisch, sie ist nicht mehr so, wie sie einmal war. Damit muss man sich leider abfinden.
 
Jeder betroffene Angehörige sollte daher den Mut aufbringen, sich den Menschen, denen man vertraut, die man sehr gut kennt, gegenüber zu öffnen. Auch daraus wächst Kraft, die notwendig ist, und derer es im weiteren Verlauf der Krankheit mehr und mehr bedarf, weit mehr als in den Anfangsstadien der Erkrankung. Sie erinnern sich: der frühere US-Präsident Ronald Reagan ging an die Öffentlichkeit und sagte, er habe Alzheimer; der bekannte Schauspieler Ottfried Fischer tat dasselbe: „Ich habe Parkinson“. Sie alle haben sich „geoutet".
 
Alzheimer hatten auch Charlton Heston (u.a. „Ben Hur“), Charles Bronson, Herbert Wehner, Helmut Zacharias, Carolus Horn, Rita Hayworth, der frühere US-Prsäsident Ronald Reagan und viele andere bekannte Persönlichkeiten.
 
Und die sehr bekannte Filmschauspielerin Julie Christie, die eine hervorragende Hauptrolle in Boris Pasternaks „Dr. Schiwago“ neben Omar Sharif spielte, wurde mit dem Golden Globe ausgezeichnet, weil sie in wunderbarer Weise eine Alzheimer-Erkrankte spielte; sie hat nicht Alzheimer, aber den Mut gehabt, mit ihrem wunderbaren schauspielerischen Talent eine Rolle zu übernehmen, damit den Filmbesuchern wahr wird, was diese Krankheitsbild bedeutet und wie es alles verändert. Gehen auch Sie, wenn Sie betroffen sind, im wesentlich kleineren Rahmen nach draußen.
 
Michael G. Streicher
 
Golden Globe für Julie Christie
In den USA wurde eine der höchsten Filmauszeichnungen, der "Golden Globe", an Julie Christie für die Darstellung einer Alzheimer-Patientin verliehen. Der Golden Globe gilt als Vorstufe für den "Oscar". Julie Christie ist vielen Bekannt als hervorragende weibliche Hauptdarstellerin in dem "Monumentalfilm" Dr. Schiwago. Damit wird das Krankheitsbild international bekannter, und die Aufmerksamkeit auf die Sorgen, Nöten und Probleme von Angehörigen und Erkrankten ganz wesentlich erhöht.
 
Michael G. Streicher 
 
Auszeichnung für engagierte Helfer?
 
In der politischen Diskussion steht zur Zeit die Wiedereinführung einer Auszeichnung für „tapfere Soldaten“. Der Bundespräsident hat sich, sehr klug, hierzu geäußert und eine Wiedereinführung des „Eisernen Kreuzes“ zu Recht abgelehnt. Daran hängt, bei allem Respekt vor der Tapferkeit vieler Soldaten im zweiten Weltkrieg, ein sehr, sehr dunkles Kapitel der deutschen Geschichte.
 
Gegen Lob, Auszeichnung von Mut und Engagement spricht nichts. Viele andere Nationen der Welt handhaben es so. Das öffentliche „Dankeschön“, die Anerkennung und das Lob – sie alle sind so wichtig für jeden Einzelnen, der sich ehrenamtlich, selbstlos und „wie selbstverständlich“ für andere einsetzt. Und das soll, ja muß, auch einmal öffentlich gesagt und gezeigt werden !


Auch damit der hohe Stellenwert der uneigennützigen Tätigkeit demonstriert und anderen Mut gemacht werden. Warum also nicht auch eine Auszeichnung für ehrenamtliches Engagement, für besonderen Mut, für Tapferkeit im Alltag?

Es muß, darf nicht das „Mutterkreuz“ sein, auch nicht ein „Vaterlandsverdienstorden“, aber ein keines Ehrenband, eine kleine Nadel oder was auch immer, und dies verbunden mit der öffentlich ausgesprochenen Dankbarkeit von uns allen.
 
Michael G. Streicher
 
Pflege und Betreuung

Angehörige, die demenzerkrankte Verwandte pflegen und betreuen, sind oft überfordert, verzweifelt und ratlos.

Wenden Sie sich an die Betreuungsstellen Ihrer Stadt oder an den Paritätischen Wohlfahrtsverband (AWO, Caritas, u.a.). Die Mitgliedsgesellschaften bieten mittlerweile umfangreiche Hilfedienste an., stundenweise oder auch halbtags, geben Tipps und beraten.

Auch die lokalen, regionalen oder überregionalen Alzheimer Gesellschaften informieren umfangreich (so zum Beispiel die Deutsche Alzheimer Gesellschaft in Berlin, die umfangreiches Informations- Material anbietet (Friedrichstrasse 236, 10969 Berlin, Tel. 030- 259379 0) . Lokale oder regionale Alzheimer Gesellschaften werden Ihnen von der Deutschen Alzheimer Gesellschaft benannt; schauen Sie auch einmal in Ihr Telefonbuch.

Info- Broschüren können Sie auch über unsere Gesellschaft anfordern, gegen Erstattung des Selbstkostenpreises und Portos.
 

Pflegeurlaub

Bei der „Reform der Pflegeversicherung“ wird nicht nur eine Erhöhung der Versicherungsbeiträge beschlossen (0,5 % ab nächstem Jahr), sondern auch der 10tägige „Pflegeurlaub“, allerdings ohne Lohnausgleich oder Unterstützung der Kranken- und Pflegekassen.

Der pflegende und betreuende Angehörige soll das Recht erhalten, sich für die Dauer von (nur !) 10 Tagen beurlauben zu lassen. Es darf bezweifelt werden, dass die Arbeitgeber dies mittragen, und dass hiervon rege Gebrauch gemacht wird. Sicherlich wäre dies ein guter Ansatz, wenn die Tarifpartner mit Unterstützung der Kranken- und Pflegeversicherungen dies adaptiert hätten, dies vollinhaltlich mittragen würden. Der Gesetzgeber hat leider versäumt, erneut, die Dramatik und das Ausmaß der Demenzerkrankungen in Deutschland, die Sorgen und Nöten der pflegenden und betreuenden Angehörigen sowie die tragische Lage der Erkrankten realistisch in ein gutes Konzept einzubringen. Dieses dramatische Krankheitsfeld sollte außerhalb jeder „Flickschusterei“ und jeder Augenwischerei pragmatisch und realitätsbezogen zu einer wirklichen Verbesserung der Situation der Betroffenen führen, und nicht zu einem Ansatz mit „open end“.
Die vorgesehene Beratung durch lokale und regionale Beratungsstellen ist sicherlich sinnvoll, ja notwendig. Wer soll aber beraten? Die Kommunen über ihre Altenberatungsstellen? Wer trägt die Kosten? Sicherlich sind die nicht aus den doch leeren Kommunalkassen zu finanzieren. Sicherlich besser geeignet sind die regionalen Selbsthilfegruppen, die über genügend Erfahrung verfügen. Hier hätte der Gesetzgeber klare Unterstützung zusagen müssen, anstatt wieder einmal wesentliche Eckpunkte offen zu lassen.

m.s. 10-2007
 

Große Gesellschaftsreformen

 
Große gesellschaftliche Umbrüche, große Gesellschaftsreformen, elementare Umstrukturierungen, die das gesamtgesellschaftliche Miteinander auf neue Grundlagen stellte, alte Normen grundsätzlich reformierten, der Zeit und den Umwälzungen in Wirtschaft und Gesellschaft anpassten oder dem gewandelten Verständnis der Menschen Rechnung trugen- sie gab es im Nachkriegsdeutschland kaum.

In wesentlichen Bereichen bestand auch keine Notwendigkeit: die Bismarck'schen Sozialgesetze, die die Recht der Arbeitnehmer ganz im Geiste des Humanismus, des fairen und partnerschaftlichen Denkens und Handelns in Wirtschaft und Gesellschaft grundlegend in Anspruchsnormen fasste und die wahre soziale Absicherung einführte, war sicherlich die (!) große Gesellschaftsreform des Jahrhunderts, auf der unsere heutigen Sozialgesetze aufbauen!

Ein weiterer Meilenstein bei den Gesellschaftsreformen war die Mitbestimmung, die in Gesetzesform 1976 verabschiedet wurde. Sie basierte eben auch auf dem Grundgedanken der fairen Mitgestaltung unseres Wirtschaftslebens durch alle (!) Beteiligte.

Eine weitere, ob im Ansatz richtig oder falsch gewählt, sei dahingestellt, war die Einführung der Pflegeversicherung unter dem damaligen Arbeitsminister Dr. Norbert Blüm.

Man hatte damals richtig erkannt, dass die Zahl der Pflegebedürftigen ständig wuchs, die öffentlichen Kassen (Sozialämter = Kommunen) nicht in der Lage waren und sein würden, die ständig steigende Lasten zu tragen und damit ihr Investitionsvolumen angesichts der auch leeren Kassen für, der Allgemeinheit dienenden Investitionen in anderen Bereichen, weiter belasten zu können.

Eigeninitiative und Subsidiaritätsprinzip, ganz wesentliche Grundsätze einer funktionierenden Solidargemeinschaft, sollten wieder Leben bekommen, nachdem über so viele Jahre Füllhörner, ohne Rücksicht auf die Finanzierbarkeit, ausgeschüttet worden waren.

Weitere „große“ Reformen, etwa die vielen „Gesundheitsreformen“ nach 1976, die allesamt im Wesentlichen nur zu Beitragserhöhungen, aber nicht zu einer wesentlichen Kostenersparnis führten, waren keine grundsätzlichen. Sie waren „Kurieren an den Symptomen“, mehr nicht.

Auch die nunmehr offensichtlich beschlossene „Reform der Pflegeversicherung“ ist keine große Reform. 10 „freie Tage“ für Arbeitnehmer, lokale, regionale oder kommunale Beratungsstellen für pflegende und betreuende Angehörige sind gute Ansätze, eine Beitragserhöhung um einen halben Prozentpunkt sicherlich notwendig. Dies ist aber, angesichts der bereits jetzt enorm hohen Zahl der Demenzerkrankten (ca. 2 Mio. mit wachsender Tendenz) und der dran „hängenden“ hohen Zahl der unmittelbar betroffenen und beteiligten Angehörigen ein gesamtgesellschaftliches Problem, welches die große Koalition erneut ausgeklammert hat.

Die Sozialgemeinschaft ist bereits vor große, neue Herausforderungen gestellt und wird es, angesichts der prognostizierten Zahl von ca. 4 Mio. in 25-30 Jahren in nochweit größerem Maße sein.

Gesellschaftsreformen werden nicht ad hoc je nach kurzfristigem Bedarf gestaltet und durchgeführt, sie brauchen sorgfältige Überlegung, Abstimmung, Einbeziehung aller Beteiligten- und sie brauchen Visionen, Weitsicht und Mut!

Eine lebendige und humane Gesellschaft braucht nicht nur diejenigen, die Kraft ihrer Fähigkeiten und ihrer Gesundheit arbeiten, um sich selbst und diejenigen, die durch Krankheit oder Unfall oder aus welchen anderen Gründender hilfebedürftig sind, zu versorgen.

Das Leben in einer Sozialgemeinschaft ist nicht nur ein „Transfersystem“ mit einem Verschiebebahnhof, auf dem die Gelder aus einer Tasche oder Kasse in andere Terminals geschoben werden.

Es besteht aus weit mehr, dem Gestaltungswillen, Ideen und auch dem, gerade in Bereich Rentenversicherung und Umweltschutz des so häufig zitierten, „Blick auf die kommenden Generationen“, die nicht durch Kurzsichtigkeit, unterlassene oder möglicherweise fehlerhafte Weichenstellungen in Wirtschafts- Haushalts- und Steuerpolitik vorbelastet werden darf.

Im Sozialbereich „Pflegeversicherung“ geschieht dies aber zur Zeit erneut: nicht die grundlegende Reform findet statt, nicht die Förderung der regionalen Selbsthilfegruppen, nicht die Entlastung der pflegenden und betreuenden Angehörigen, die Heimkontrolle, die Einführung von Qualitätsstandards und die Reform der Pflegeausbildung, der Ausbau lokaler Hilfedienste zu bezahlbaren Preisen- nein, es wieder einmal herumgedoktert und im Wesentlichen auf die Kassenlage der Pflegeversicherung geschaut. Dies ist wahrlich keine (!!)Gesellschaftsreform, wie sie angesichts der bereits heute erschreckend hohen Zahl der Pflegebedürftigen längst angesagt ist.

Ein schlechter Gedanke ist es, Haushalte steuerlich wie Kleinunternehmen zu behandeln, die Aufwendungen für Haushalt, Pflege und Betreuung steuerlich abzugsfähig zu machen. Wie soll dies in der Praxis umsetzbar sein? Ein Volk von Kleinunternehmern, die ihre Freizeit mit der Ordnung von Unterlagen verbringen, mit dem Abheften, mit Steuererklärungen und mit dem Einsortieren von Quittungen? Na denn, auf in ein frohes Deutschland. Die Quadratur des Kreises- immer schon ein Problem der Politik !

Bleiben wir doch einmal auf dem Boden der Realität, und die seiht so aus, dass immer mehr Angehörige sich, bei und mit allem ihrem Recht auf Gestaltung des eigenen Lebens, seelisch und faktisch um Demenzerkrankte kümmern müssen. Dies zu tun, kann weder der Staat auf oberer, noch auf kommunaler oder regionaler Ebene. Die Sozialgemeinschaft ist auf Eigeninitiative, auf Hilfe beim Helfen, auf neue Formen des Miteinander angewiesen, und kann, ja darf nicht hoffen, dass sich allles schon irgendwie regelt, und wenn „wir jetzt nicht, dann macht es schon die nächste Generation“. Die kann es voraussehbar nicht ! Sie ist schon heute mit Steuern, Abgaben und Altersvorsorge präjudiziert und präsozialisiert, finanziell „ausgestaltet ohnehin! Wo bleibt die Freiheit der jüngeren Generationen, nicht bereits im Alter von 20 Jahren nur an Altersvorsorge allein denken zu müssen?

Michael G. Streicher 10-2007
 

"Altern in Würde"
Vortragsveranstaltung zum "Welt- Alzheimertag" am 21.09.2007 in SUNRISE Domizil für Senioren- Villa Camphausen, Bonn-Bad-Godesberg.

Eine Gemeinschafts- Vortragsveranstaltung der Alzheimer Gesellschaft Bonn e.V. und der SUNRISE Domizil f. Senioren

Referent: Rechtsanwalt Michael G. Streicher Vorsitzender der Alzheimer Gesellschaft Bonn e.V.
 



 
Deutsches Gesundheitsfernsehen - "Leben mit Alzheimer"
zum VideoclipTV-Sender DGF - Deutsches Gesundheitsfernsehen, Hamburg.

Sendung aus der Reihe "Wissen": DGF-Wissen-Alzheimer Spezial" im Juni 2007. Eine sehr sorgfältig recherchierte, ausführliche Sendung zum Thema "Alzheimer", die viele Hinweise zum Umgang mit der Krankheit und den Erkrankten gibt, zudem eine wertvolle Verständnishilfe ist".

[zum Videoclip im WMV - Format]

Interviews mit betroffenen Angehörigen, Frau Anne-Beate Kremer-Hartmann, Leiterin des Itzel-Sanatoriums Bonn, Priv.Doz. Dr. Frank Jessen, Leiter des Diagnosezentrums, Uniklinikum Bonn und Rechtsanwalt Michael G. Streicher, Vorsitzender der Alzheimer Gesellschaft Bonn e.V.

Pflegeurlaub
 
Kommt ein zumindest 10-tägiger "Pflegeurlaub" für pflegende und betreuende Angehörige von Demenzkranken im Zuge der Reform der Pflegeversicherung?
 
Kaum angedacht, schon melden sich verschiedene Berufsgruppen; Beamte sollen gleich behandelt werden. Ja, warum nicht, der Gleichbehandlungs-/Gleichheitsgrundsatz unserer Verfassung gebietet dies. Aber, wieso jetzt schon Streit über den Empfängerkreis, wenn noch nicht einmal geklärt ist, wie dieser "Urlaub" überhaupt finanziert werden soll?
 
Apropos "Pflegeurlaub": da haben sich die Auguren wieder einmal in der Wortwahl vergriffen! Um einen "Urlaub" im wahrsten Sinn des Wortes dürfte es sich bei der "Auszeit" nicht handeln. Vielmehr sollen pflegende und betreuende Angehörige  die Möglichkeit erhalten, zumindest während einiger weniger Tage Doppelbelastungen, wie sie durch die Betreuung eines Erkrankten und berufliche Tätigkeiten unvermeidlich sind, zu vermeiden, damit er/sei sich auf die menschlich ohnehin dramatische Versorgung eines Betroffenen einstellen, sich beraten lassen und sich "organisieren" kann- von Urlaub wahrlich keine Rede!
 
Diese wenigen Tage sind das Mindeste! Gerade in den Anfangsstadien der Erkrankung sind Angehörige psychisch enorm gefordert, weil sie erst einmal mit den zunehmenden Defiziten bei dem/der Erkrankten  fertig werden müssen; sodann kommen weitere Defizite hinzu, die mehr und mehr der Hilfe und des Einsatzes der Angehörigen bedürfen.Und gerade die häusliche Pflege, Betreuung und Versorgung haben Vorrang! Ein Heimaufenthalt ist nicht angesagt, im Gegenteil: die häusliche Versorgung muß Priorität haben ! Die Hilfe durch Organisationen, Nachbarn und Freunde ist noch nicht hinreichend organsiert, von der Kostenseite her ohnehin nicht.
 
Jetzt gilt es, erst einmal das grundsätzliche Einvernehmen zwischen Bund und Ländern, zwischen Krankenkassen und der Pflegeversicherung, sowie unter den Tarifparteien herzustellen, damit diese dringend erforderliche Entlastung auch tatsächlich und bald kommt.
 
Michael G. Streicher
 
Pflegeurlaub für pflegende und betreuende Angehörige von Demenz-Erkrankten

Viele Angehörige von pflegebedürftigen Demenz-Erkrankten sind berufstätig. Dies führt zu erheblichen, gesundheitlichen Doppelbelastungen. Aus einem Krankheitsfall wird dadurch häufig ein zweiter!

Die Alzheimer Gesellschaft Bonn e.V. fordert daher, dass Angehörige etwa ½ Jahr von ihrer Berufstätigkeit von ihren Arbeitgebern freigestellt werden können und Zahlungen von den Krankenkassen erhalten, damit sie keine finanziellen Einbußen haben.

Michael Streicher, 30.08.2007
 

Pflege im Alter wird zum großen Risiko
Die Leistungen in der Heimbetreuung oder in häuslicher Pflege sind nach wie vor oft mangelhaft. Selbst nach der Erhöhung des gesetzlichen Pflichtbeitrags im kommenden Jahr dürfte sich die Lage nur wenig bessern. Die Kosten steigen zu schnell. Eine private Zusatzpolice kann finanzielle Lücken schließen

Jeder dritte Pflegebedürftige wird nicht angemessen mit Essen und Trinken versorgt. Und rund 35 Prozent der Heimbewohner sowie 42 Prozent der ambulant Versorgten werden nicht oft genug umgebettet. Diese Zahlen klingen dramatisch. Haben wir einen Pflegeskandal in Deutschland?

Der Medizinische Dienst der Spitzenverbände der Krankenkassen, der am Freitag seinen Bericht zur Pflegequalität veröffentlichte, streitet dies vehement ab. Seit dem ersten Pflegebericht 2004 habe sich der Anteil der "akut unzureichenden Pflegezustände" bei Heimbewohnern von 17 auf 10 Prozent verkleinert. Weitere Verbesserungen seien durch die Pflegereform der Bundesregierung zu erwarten.

Dennoch stellt sich für jeden Pflegeversicherten, der Monat für Monat 1,7 Prozent seines Bruttogehalts in die Pflegekasse zahlt, die Frage: Bin ich ausreichend versichert? Was geschieht, wenn ich eines Tages ans Bett gefesselt bin und meine Familie mir nicht helfen kann? Dass der Pflegebeitrag Mitte 2008 auf 1,95 Prozent angehoben wird, dürfte kaum ausreichen, um erforderliche Leistungen zu finanzieren - gutes Personal nach Hause zu bestellen oder einen Heimplatz zu finanzieren. Vor diesem Hintergrund entscheiden sich viele Menschen für eine private Zusatzversicherung, die einspringt, wenn die gesetzliche nicht ausreicht.

Vor allem für die häusliche Pflege kann sich eine solche Police lohnen. Denn wer stattdessen in ein teureres Heim wechselt, steht nicht unbedingt besser da: Der Medizinische Dienst ermittelte, dass es keinen Zusammenhang zwischen Kosten und Qualität der Pflegeheime gibt. Überhaupt mangele es in den Heimen an Transparenz.

Der gesundheitspolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Willi Zylajew, nimmt die Pflegeheime jedoch gegen Kritik in Schutz: "Die Heime optimieren, wo sie können", sagt er. Stattdessen trage der Medizinische Dienst der Kassen eine Mitschuld an der schlechten Pflegesituation. "Der Dienst braucht manchmal Monate, um einen Pflegefall zu bewilligen und einzustufen", sagt er. In dieser Zeit seien Betroffene und deren Verwandte auf sich gestellt. Das werde sich allerdings mit der Pflegereform, die für die Einstufung eine maximale Dauer von fünf Woche vorsieht, ändern.

Der Nutzen einer Pflegezusatzversicherung

Auch mit einer privaten Zusatzpolice ist man auf eine zügige Einordnung in eine der Pflegestufen angewiesen. "Grundsätzlich aber ist eine Pflegezusatzversicherung eine vernünftige Sache", sagt Lilo Blunck, Geschäftsführerin des Bundes der Versicherten. Allerdings nur für Menschen, die bereits die anderen Grundrisiken abgesichert haben, also eine Haftpflicht- und eine Berufsunfähigkeitsversicherung haben sowie je nach familiärer Situation über eine Risikolebensversicherung zum Schutz der Hinterbliebenen verfügen. "Dann ist eine Pflegezusatzversicherung meist sogar wichtiger als eine Hausratversicherung."

Dies liegt vor allem daran, dass die Summen, um die es bei der Pflege geht, weitaus höher ausfallen können als ein Schaden am Hausrat. So kostet ein Pflegeplatz für die stationäre Betreuung in der Pflegestufe III nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Durchschnitt 2706 Euro. In einzelnen Regionen sind die Kosten sogar noch weit höher. So liegen sie in Nordrhein-Westfalen beispielsweise bei 3101, in Hamburg bei 3010 Euro. Am günstigsten ist die Pflege dagegen in Sachsen und Sachsen-Anhalt mit durchschnittlich 2250 Euro.

Die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung sind dagegen bundesweit einheitlich. Und sie reichen nirgends, um die tatsächlichen Kosten abzudecken. So zahlt sie für Pflegefälle der Stufe III bei stationärer Pflege nur 1432 Euro. In diesem Fall bleibt also eine Lücke von 1274 Euro monatlich, bezogen auf die Kosten von 2706 Euro für einen Heimplatz. Diesen Betrag müssen die Pflegebedürftigen aus eigener Tasche tragen. Können sie dies nicht, so kommt das Sozialamt dafür auf, holt sich das Geld dann aber unter Umständen von den Angehörigen wieder zurück.

Eine private Pflegezusatzversicherung kann helfen dies zu verhindern. Die Kunden haben die Wahl zwischen drei Varianten. Eine sogenannte Pflegekostenversicherung kommt bei stationärer Pflege für die Differenz zwischen den Leistungen der staatlichen Pflegeversicherung und den tatsächlichen Kosten der Pflege auf, wobei entweder ein Höchstbetrag in Euro oder eine prozentuale Höchstleistung festgelegt ist. Ein Nachteil dieser Versicherungsart ist, dass sie nur nach Vorlage entsprechender Rechnungen zahlt und bei der häuslichen Pflege durch Angehörige oder andere Privatpersonen meist nur geringe Leistungen erbringt.

Für einen solchen Fall sorgen Versicherte mit einer Pflegetagegeldversicherung besser vor. Sie zahlt im Pflegefall einen fest vereinbarten Betrag, der dem Versicherten zur freien Verfügung steht. Er kann ihn also sowohl für die stationäre Pflege verwenden als auch für die Pflege durch Angehörige oder andere Privatpersonen. "Versicherte sollten jedoch darauf achten, dass die Leistungen bereits ab Pflegestufe I einsetzen, nicht erst ab Pflegestufe III", sagt Lilo Blunck.

Versicherte sollten auch darauf achten, dass sich die Leistung der Versicherung an der Feststellung der Pflegestufe durch den Medizinischen Dienst orientiert. Zudem sollte die Police die Möglichkeit einräumen, ohne erneute Gesundheitsprüfung den Versicherungsschutz zu erhöhen.

Von der dritten Variante einer privaten Pflegeversicherung, der sogenannten Pflegerentenversicherung, rät Lilo Blunck dagegen nachdrücklich ab. Dabei handelt es sich um die Kombination einer Pflegeversicherung mit einem Sparvertrag. "Für den Sparanteil bekommen die Kunden jedoch keine gute Rendite", sagt Blunck. Wer Geld anlegen möchte, sollte dies lieber auf einem anderen Wege tun.

Die Leistungen in der Heimbetreuung oder in häuslicher Pflege sind nach wie vor oft mangelhaft. Selbst nach der Erhöhung des gesetzlichen Pflichtbeitrags im kommenden Jahr dürfte sich die Lage nur wenig bessern. Die Kosten steigen zu schnell. Eine private Zusatzpolice kann finanzielle Lücken schließen.

Bericht in der Tageszeitung „Die Welt“ vom 02.09.2997
 

Achten Sie bitte auch auf den Terminkalender 2007
Demenz - was ist das eigentlich? Therapien bei Demenz-Erkrankten ?

Demenz, der Begriff stammt aus dem Lateinischen: dementia, ohne „mens“= Verstand, so auch die Definition in einem klinischen Wörterbuch, dem „Pschyrembel“.

Demenz ist in der Regel eine durch „organische Schädigung eingetretene hervorgerufene, dauerhafte Schädigung des menschlichen Gehirns > die Gehirnleistungsfähigkeit nimmt ab, die Steuerungsfunktionen im Gehirn fallen teilweise aus, ein dramatisches und geheimnisvolles Krankheitsbild, dem viele Forscher „auf der Spur“ sind.

Zur Zeit kann man diesen Verfall bei der Gehirnleistungsfähigkeit nicht wirksam und dauerhaft bekämpfen, die Krankheit nicht heilen ( = therapieren). Es wird vielleicht irgendwann einmal gelingen, dazu bedarf es aber enormer Anstrengungen in Wissenschaft und Forschung, die massiv gefördert werden muß. Wenn Menschen davon betroffen sind, leiden die Erkrankten, weil sie spüren und erleben, wie sie nicht mehr wie früher all das tun können, was sie einmal konnten; auch Angehörige sind zutiefst betroffen. Sie haben hohe Aufgaben aus der Veränderung, sind gefordert – und meist, weil man nicht weiß, wie man reagieren soll, was man tun kann, sehr schwer. In diesem sehr problematischen Feld gibt es keine „Patentrezepte“, zumal jeder Fall ein Einzelfall ist.

Die Gehirnleistungsfähigkeit kann durch gewisse Wirkstoffe, die die Bildung von Botenstoffen fördern, oder die Vernichtung, von für den Austausch von Speicherinformationen notwendigen Botenstoffen erreichen, unterstützen. Die Krankheit aufhaltende, ja gar heilende Substanzen gibt es zur Zeit in zugelassener und wissenschaftlich nachgewiesener Form nicht. Klinisch wird viel erprobt- und dies ist gut so.

Aber, und dies ist wichtig zu wissen, nicht ein einfaches Vergessen deutet auf eine Demenzerkrankung hin; auch nicht bloße Konzentrationsstörungen weisen auf eine Krankheit hin. Auch Streß oder aus welchen Anlässen heraus entstandene Depressionen können Symptome verursachen, die wie „Alzheimer“ aussehen- also, bitte nicht gleich in Panik geraten, wenn der Schüssel mal irgendwo liegt, wo man ihn nicht gleich findet, auch nicht traurig oder bedrückt sein, wenn mal ein Gedanke mal wegrutscht. Wir alle erinnern uns sicher an Prüfungsstress, in welchen Ausbildungen auch immer: man kennt da den so genannten „Block“ – plötzlich ist alles, das man vorher so fleißig gelernt hatte, weg. Dies hat nicht unbedingt etwas mit einer Demenz-Erkrankung zu tun.

Manche Menschen sind auch – und dies gehört zu den Faszinationen in unserem Leben, in der Lage, Dinge einfach zu vergessen, weil sie nicht daran erinnert werden wollen, sich selbst nicht daran erinnern möchten.

Das menschliche Gehirn ist, so habe es Studien aus den USA gezeigt, auch in der Lage, Dinge, ob Glück bringende oder traurige, „bald“ in eine Schublade zu verschieben, wo sie erst einmal weg sind. Nur wenn erkennbar dauerhaft Einbrüche bei der Gehirnleistungsfähigkeit auftreten, sollte man einen Neurologen über den eigenen Hausarzt aufsuchen, um feststellen zu können, ob eine Dauerhafte Schädigung, die ja viele Vorsorgemaßnahmen erforderlich macht, vorliegt.

Auch um sich selbst vorzubereiten, auch die Angehörigen (Partner, Kinder, Eltern, Nachbarn und Freunde) – auch damit man Hilfe bekommt, die dann in mittleren und fortgeschrittenen Stadien einer D.- Erkrankung unumgänglich ist. Und auch damit die dann pflegenden und betreuenden Angehörigen vorbereitet sind, auch planen können, und wie sie sich selbst auch nicht vergessen, den Humor verlieren und sie selbst bleiben können, gerade weil Demenz- Erkrankungen in der Familie, auch wegen des Wegfalls vieler Perspektiven, sehr viel Mühe, Verantwortungsbewusstsein, Hilfsbereitschaft, wie sie im „gesunden Leben“ nicht so gefordert werden, notwendig machen.

m.s. - März 2007

Der Begriff „Therapie“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet „heilen“, eine Heilung z.B. der Alzheimer-Krankheit ist aber nach dem derzeitigen Stand der Forschung in Medizin und Pharmakologie bei Menschen nicht möglich. Es wird vermutlich Jahre dauern, bis geeignete Wirkstoffe – erst Recht ohne erhebliche Nebenwirkungen -verfügbar sind.

Es gibt für Demenz-Erkrankte eine Vielzahl Beschäftigungsmöglichkeiten und Hilfeangebote: Evaluation , Ergotherapie, sog. „Lach-Therapie“, Bewegungs- und Musik-Therapie, Zeichnen, Malen, ebenfalls Gymnastik und Tanz-Therapie, die auch in Israel erfolgreich eingesetzt wird.

Auch Gärten für Demenz-Kranke ohne Stolpersteine fördern das Wohlbefinden: der Kontakt zur Natur, den Düften der Natur, das Singen der Vögel und die freie Beweglichkeit, wenn auch auf begrenztem Raum, sind von unschätzbarem Wert für die Betroffenen.

Diese Beschäftigungsansätze und der Psyche Kraft gebenden Hilfen sind in manchen Häusern mit großem Erfolg erprobt worden, immer mehr Häuser beginnen umzudenken und im Rahmen ihrer Möglichkeiten diese Hilfeangebote in ihr „Programm“ und in ihr Konzept aufzunehmen.
Auch die biografiebezogene Beschäftigung, die sich auf den Beruf des/der Betroffenen bezieht, ist von enormer Bedeutung. Warum sollte man dem erkrankten Gärtner nicht ein kleines Hochbeet geben, damit er dort, wie in seinem erlernten Beruf etwas pflanzen kann, warum dem Bankier nicht eine Zeitung mit Börsenteil, in der er auf alte, gewohnte Weise blättern kann, auch wenn er den Inhalt heute nicht mehr verstehen kann? Und die Köchin sollte mit dem Trocknen von Tellern, dem Schneiden von Bananen etc. für den Obstsalat, dem Falten von Servietten u.a.m. beschäftigt werden. Das Langzeitgedächtnis bleibt bei Demenz-Erkrankten lange erhalten! Das Gewohnte aus früherer Zeit wird wieder lebendig und gibt den Betroffenen Wohlbefinden und Sicherheit. Die beste „Medikation“ bei Demenz-Erkrankungen ist die bezugs- und liebevolle Betreuung und biografiebezogene Beschäftigung.

Dies ist auch eine der Leitthesen von Professor Tom Kitwood und seiner „Bradford Dementia Group “, die das britische Pflegesystem maßgeblich beeinflusst und verändert hatten. Damit Betroffene nicht ständig wechselnde Bezugspersonen erleben, müssen die Arbeitsbedingungen verbessert, und die Vergütungen der Pflegekräfte den schwierigen Arbeitsbedingungen und Belastungen entsprechend angehoben werden, damit sie bleiben;

Die Fluktuation im diesem schwierigen Bereich in Pflegeheimen ist enorm groß. Wer in diesem schweren Feld arbeitet, muß adäquat bezahlt werden und für Ausgleich sorgende Freizeitregelungen erhalten.

Michael Streicher - Oktober 2006



Alzheimer und Kunst –
ein Widerspruch ?


Vortrag anlässlich einer Vernissage des Oeuvre des Werbegrafikers und Künstler Carolus Horn und einer Ringvorlesung vor
Studenten.


Heilpädagogische Fakultät der Universität zu Köln Von Michael G. Streicher, Rechtsanwalt und Vorsitzender der Alzheimer Gesellschaft Bonn e.V. -          

 [lesen Sie weiter]


FOCUS Online:
Gehirn-Test - Haben Sie ein Alzheimer-Risiko?

 

Nachrichten Magazin „FOCUS“: Wenn man Oma pflegen muß….“
Die psychische Belastung, die enormen Kosten

(Ausgabe Nr. 7 vom 12. Februar 2007)

Diese Ausgabe sollten pflegende und betreuende Angehörige, Betroffene, auch jüngere

Menschen, deren Zukunft in unserem Gesundheits- und Sozialsystem durch die ständig steigende Zahl Demenz-Erkrankter geprägt sein wird, unbedingt lesen.

Die Situationsbeschreibung wie auch die aktuelle Zahl der Erkrankten (mehr als 2 Millionen) decken sich mit der „Lagebeschreibung“ und den Meldungen und Berichten der Alzheimer Gesellschaft Bonn e.V.: inhumaner Umgang mit Demenz-Kranken in manchen Pflegeheimen, mechanische und medikamentöse Fixierungen, Isolierung und Ruhigstellen, die Forderung nach neuen Wohnformen, vor allem auch die Forderung unserer Gesellschaft nach einem Gütesiegel für Pflegeheime, all dies findet sich auch in dem FOCUS-Bericht wieder.

Schauen Sie auch in das Video-Clip in unserer Homepage (PHOENIX- Interview vom 16.11.2006).

Der sehr gut recherchierte Bericht sollte allen, vor allem der Politik, sehr zu denken geben. Nicht allein der Blick in die Zukunft in ca. 20-30 Jahren sollte Anlaß zum Handel jetzt geben, sondern allein schon der Blick auf den status quo, auf das enorme Leid und die vielen Mißstände, auf die Sorgen und Verzweiflung vieler Menschen jetzt!

ms.14.02.07
 

PHOENIX am 16.11.2006 - 14.45 - 18.00 Uhr

THEMA: Alzheimer

Aktuelles, Gespräche, Interviews und Dokumentationen
(u.a. mit dem Vorsitzenden der Alzheimer Gesellschaft Bonn e. V. Michael Streicher)

[zum Video]

anschl. - Tübingen:
Altern und Alzheimer - die vielseitige Herausforderung, Veranstaltung des Hertie-Instituts für klinische Hirnforschung, mit Reden von Erwin Teufel (ehem. Ministerpräsident von Baden-Württemberg), Prof. Konrad Maurer (Goethe-Universität Frankfurt), Martin Suter (Autor) und Prof. Hans Küng (Theologe)

anschl. Dokumentation:
Ist heute Dienstag oder Mai?
Leben mit Demenzkranken
Film von Chiara Sambuchi
 

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 Alzheimer-Telefon und Beratung 
 

Telefon: 0228 - 3862853
Montag - Freitag
(ist die Geschäfts-und Beratungsstelle nicht besetzt,
bitte auf Band sprechen - wir rufen zurück)

Beratung:
Montag und Dienstag 10:30 - 12:00 Uhr
Mittwoch 13:30 -15:30 Uhr
Donnerstag 14:00 - 15:30 Uhr

Ab Herbst 2006 weitere Angehörigengruppen:
SUNRISE Domizile ,Villa Camphausen, Mainzer Straße 233,
53179 Bonn-Mehlem, Tel. 0228-3296-0

Beratungsstelle:  
Friesdorfer Straße 91, 53173 Bonn Postanschrift :
Clemens-August Straße 24, 53115 Bonn  Fax: 659506
 
 
   

 


Vollmacht/Betreungs- und Vorsorgevollmacht

Viele, auch Gesunde, machen sich keine Gedanken über eine Vertretungsbefugnis zu Gunsten eines nahestehenden Dritten. Warum auch? Es ist doch alles in Ordnung, was kann schon passieren?
 
Treten aber plötzlich Beeinträchtigungen bei der Gehirnleistungsfähigkeit auf, etwa nach einem Gehirntrauma infolge eines Verkehrsunfalles oder infolge einer Demenzerkrankung, kann es für die Erteilung einer Vollmacht oft zu spät sein.
Eine "automatische" Vertretungsbefugnis durch den Ehepartner sieht unser geltendes Recht nur in äußerst begrenztem Umfang vor.Der Gesetzgeber hatte es vor Jahren im Zuge der Gleichstellung von Mann und Frau in der Ehe versäumt, beiden Ehepartnern gleiche und wechselseitige Vertreungsbefugnisse zu geben. Eine Vertretung der Eltern oder von Elternteilen durch Kinder ist ohnehin nicht vorgesehen.
Es bleibt dann in einem solchen Fall, in dem die Geschäftsfähigkeit ganz oder teilweise wegfällt, bei Handlungsbedarf nur der Weg über die Anordnung einer Betreuung durch ein Vormundschaftsgericht.
 
Denken Sie daher rechtzeitig an die Erteilung einer Vollmacht/Generalvollmacht zu Gunsten einer Person Ihres Vertrauens. Hinweise geben Ihnen u.a. Rechtsanwälte und Notare, auch zur Art, dem Inhalt und der Form einer Vollmacht, die auch die Bereiche Gesundheitsfürsorge, Vertretung in Vermögensangelegenheiten und Aufenthaltsbestimmungsrecht umfassen sollte.

ms. 25.01.07

 
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KurzmeldungenAKTUELL

Termine 2007

Bundesstadt Bonn:
Neu: Im Amt für Soziales und Wohnen ist eine neue Sachgruppe "Hilfe zur Pflege" eingerichtet worden., in der die Gewährung von Hilfe zur Pflege in der häuslichen Umgebung (nicht in Einrichtungen) und gfls. notwendige zusätzliche Hilfe zum Lebensunterhalt bearbeitet wird. Ansprechpartnerinnen sind Frau Ebert (unter Tel. 77 4938) und die Sachgruppen leiterin Frau Lüdtke (Tel. 77 4739). Die Dienststelle befindet sich in der Hans-Böckler-Str. 5 in Bonn-Beuel. Die Büros befinden sich in der 3. Etage (Zi. 315 u. 318).


Haftpflichtversicherung:
 
Üblicherweise hat jede Familie eine private Haftpflichtversicherung als Familienversicherung. Einige Versicherungsgesellschaften vertreten die Auffassung, dass der Versicherungsschutz für das Mitglied nicht mehr gilt, wenn die/der Betreffende nicht mehr im Haushalt, sondern in einem Pflegeheim lebt.
Fragen Sie daher vor einem Umzug in ein Pflegeheim bei Ihrer Versicherungsgesellschaft unbedingt nach und lassen Sie sich den Versicherungsschutz schriftlich bestätigen.


 Angehörigen- Schulung:

Die Alzheimer Gesellschaft Bonn e.V. wird im Herbst, mit Unterstützung der Barmer- Pflegekasse, die Seminar-Reihe "Hilfe beim Helfen" fortsetzen. Die Bundesstadt Bonn wird dabei helfen, ebenso die erfahrenen Referenten, die sehr wissen, wie und was notwendig ist, um Hilfen vor Ort zu geben.
Die Bürgerstiftung Bonn, die die Sparkasse Köln/Bonn auch zu ihren Förderen zählen kann, wird mit dem Bürgerpreis, der der Alzheimer Gesellschaft Bonn e.V. verliehen wurde, dazu beitragen.
ms

 
 
 Gesetzliche Haft- und Unfall-
versicherung für Ehrenamtliche

 
Das Land NRW übernimmt die Kosten für eine gesetzliche Haft- und Unfallversicherung für ehrenamtlich Tätige. Dies betrifft nicht diejenigen, die bereits über ihre Organisationen (z.B. Sportvereine, kirchliche und soziale Organisationen) versichert sind. Begünstigt sind insbesonders kleinere Initiativen und Gruppen.
 
Ehrenamtlich Tätige brauchen sich erst im Schadensfall bei der gesetzlichen Versicherung melden.
 
 
 Alzheimer Gesellschaft Bonn e.V.Angehörigen- Gruppen
der Alzheimer Gesellschaft Bonn e.V., zusammen mit anderen Trägern:
 
  
Aussprache, Information, Hilfen - sind die Angebote der informellen Treffen, die jedem Interessierten und Betroffenen offen stehen; eine Voranmeldung ist nicht notwendig.
 
 
 
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